Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Als Neugeborenes war Katharine Norbury in einem Liverpooler Kloster zurückgelassen worden. Ihre Adoptiveltern zogen sie liebevoll auf, lehrten sie, die Wunder der Natur zu erkennen, und doch hatte sie stets das Gefühl, etwas Unnennbares zu vermissen. Nach der Diagnose einer schweren Krankheit und der Fehlgeburt eines lang ersehnten zweiten Kindes beschließt sie, zusammen mit ihrer neunjährigen Tochter Evie einem Flusslauf von der Meermündung bis zu dessen Quelle zu folgen. Was als Trauerarbeit und Ablenkung gedacht war, gerät im Laufe der Reise durch eine beeindruckende Natur mehr und mehr zu einer Suche nach dem Leben selbst. Am Ende findet Katharine nicht nur die Quelle des Flusses, sondern auch ihren eigenen Ursprung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2017
Rezensent Hans-Peter Kunisch liest Katharine Norburys Debüt "Fischtreppe" eher als dem Nature Writing verpflichtete Lebens- und Reiseerzählung denn als Roman. Gebannt folgt der Kritiker der Geschichte um eine junge Mutter, die sich auf der Suche nach ihren biologischen Eltern auf eine einsame Wanderung durch den Süden Englands entlang verschiedener Flüsse macht, bis sie schließlich die titelgebende Fischtreppe erreicht und entdeckt, dass sie bösartigen Brustkrebs hat. Die scharfe Beobachtungsgabe und "sanfte Genauigkeit" für die Natur und die "Dichte", mit der Norbury die Krankheitsgeschichte erzählt, haben den Rezensenten auch in der Übersetzung von Sigrid Ruschmeier tief beeindruckt.
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