Kathrin Schmidt

waschplatz der kühlen dinge

Gedichte
Cover: waschplatz der kühlen dinge
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2018
ISBN 9783462050912
Gebunden, 96 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Es sind poetische Reisen, zu denen Kathrin Schmidt einlädt: an abgelegene, oft zungenbrecherische Orte wie Los Guachimontones oder Paleski Radyaytsina-Ekalagichny - aber es sind auch Reisen in die Sprache selbst. Denn immer wird hier ein Raum vermessen und durchschritten, wird genau hingeschaut, gedeutet und umgedeutet. Das Gedicht ist bei Schmidt ein Überraschungsmedium, in dem jeder Zeilenumbruch unerwartete Bedeutungen freisetzt. Archaisches Wortmaterial wird behutsam geborgen und mit Begriffen unserer Gegenwart verschaltet, dass es Funken schlägt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018

Gern geht Rezensentin Angelika Overath den Versen von Kathrin Schmidt nach, auch oder gerade weil sie nicht unmittelbar wörtlich verständlich sind. Das Abtasten der Texturen ergibt laut Overath Themen wie Alter, Natur, Reisen, Erotik, Politik, Erleben, Erinnern, von der Autorin mal spöttisch, mal sensibel bearbeitet. Schmidts flow aus Realitätspartikeln, Gleichklängen, Silbenfall findet die Rezensentin hochartistisch, realitätswach und lebenserfahren. Die Gedichte sind für sie sozialkritisch, politisch, aber auch romantisch sehnend.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2018

Rezensent Nico Bleutge fühlt das "Pulver im Pelz" der Sprache, die Kathrin Schmidt hier entwirft. Nicht immer ist das so. Bei Landschaftsbegehungen in Litauen oder Weißrussland schon, wenn Schmidt direkt politische Zeitläufe anvisiert, weniger, erklärt Bleutge. Das Politische in den Gedichten zeigt sich laut Rezensent als Anverwandlung der Sprache der Politik und der Werbung. Wie die Autorin Konsonanten verschiebt, wenn sie Alltagsroutinen auf Befindlichkeiten und Risse hin abklopft, findet er bemerkenswert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2018

Michael Braun freut sich über politische Gedichte, die der billigen Gesinnungsästhetik entkommen. Kathrin Schmidts Texte bestechen für ihn durch große sprachliche Virtuosität und das Anpacken zeitgeschichtlicher Verwerfungen. Wie Schmidt hier mit "barockem" Sprachwitz Globalisierung und Migration in den Blick nimmt, imponiert ihm, zumal keine einfachen Antworten geboten werden, wie er meint, sondern Paradoxien und Ambivalenzen, kein politischer Flachsinn, sondern schnoddriger Trotz und sinnlicher Übermut auf "festen Versfüßen". Auch wenn der Witz hin und wieder etwas angestrengt rüberkommt, Braun kann den Band empfehlen.
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