Katja Riemann

Jeder hat. Niemand darf

Projektreisen
Cover: Jeder hat. Niemand darf
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2020
ISBN 9783103973136
Gebunden, 400 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Harald Welzer. Katja Riemann ist seit 20 Jahren in der Welt unterwegs, ist vor Ort, schaut hin. Sie beschreibt die Arbeit von Nicht-Regierungsorganisationen und erzählt von Menschen, die sie bewundert, weil sie etwas bewegen. Katja Riemanns Zuversicht macht Hoffnung, ihre Hingabe ist ansteckend, ihr Humor mitreißend. Sie zeigt, dass Veränderung möglich ist. Über Jahre hat sie die Arbeit von Molly Melching, der Gründerin von "Tostan" beobachtet, die in senegalesischen Dorfgemeinschaften das Ende der Beschneidung von Mädchen herbeiführt. An der Seite von Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege und dem Arzt und Aktivisten Dr. Kasereka Lusi hat sie sich ein Bild machen können über den Einsatz der Vergewaltigung als Kriegsinstrument im Ostkongo. "Drogen kann man nur einmal verkaufen, Menschen mehrmals", berichtet sie aus Nepal, wo die Töchter der Familien der unteren Kaste als Dienstmädchen von Menschenhändlern nach Katmandu geholt werden. Und schließlich findet Katja Riemann ihre eigene Geschichte im Libanon, wo ihr Vater lange gelebt und unterrichtet hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.02.2020

Katja Riemann bringt mit "Jeder hat. Niemand darf" ein Buch über ihre Projektreisen heraus und schreibt gegen das "Stigma des Gutmenschen" an, berichtet Rezensentin Tanja Kokoska. Ihre Reisen führen sie durch insgesamt zehn Länder, vom Senegal nach Ostkongo, von Nepal in den Libanon. Jede Reise erzählt eine Geschichte über den Verstoß gegen die Menschenrechte und jede Geschichte lässt sich als Aufruf lesen, sich bewusst gegen die Ungerechtigkeiten zu stemmen, denen Riemann begegnet, schreibt Kokoska. An die Sprache eines Roger Willemsen - dem sie ihr Buch widmet - komme die engagierte Schauspielerin zwar nicht ran, dennoch schaffe sie es, ihre Schilderungen in Form von Tagebucheinträgen, inneren Monologen, "Gedankenfetzen" oder Dialogpassagen "lebendig", "anschaulich" und "schonungslos" wiederzugeben.

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