Die Kinderpsycologin Katrin Glatz Brubakk hat einen Monat als Trauma-Therapeutin im Nasser-Krankenhaus in Gaza gearbeitet. Dort bangen Kinder täglich um ihr Leben und das ihrer Liebsten - und zeigen zugleich eine unglaubliche Stärke. Inmitten von Angst und Zerstörung entstehen dennoch auch Momente voller Menschlichkeit: das befreiende Lachen eines Kindes, die Hilfsbereitschaft unter Fremden, das Teilen der letzten Ressourcen."Ich habe den Klang des Krieges gehört. Nicht in Form von Bombenexplosionen, sondern als schmerzhafte Angstschreie traumatisierter Kinder. Schreie, die so durchdringend sind, dass sie den gesamten Schmerz Gazas verkörpern", sagt Katrin Glatz Brubakk.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.10.2025
Eine "leise Ahnung" wie sich Überleben und Sterben im Kriegsgebiet anfühlen kann, bekommt Rezensent Christian Rabhansl mit dem Tagebuch der Kinderpsychologin Katrin Glatz Brubakk, die 33 Tage lang im Nasser-Krankenhaus im Gaza-Streifen arbeitete. Schreckliches liest er hier, von schwer traumatisierten Kindern, toten Eltern, prügelnden Vätern und trauernden Müttern. Auch über die Gefahren, die sich die Psychologin selbst durch ihren Einsatz aussetzt, wird hier berichtet, fertige Abschiedsbriefe für Ehemann und Sohn liegen für den Fall der Fälle bereit, lesen wir. Eine politische Analyse ist das nicht, merkt der Kritiker an, wer sich für politische Hintergründe interessiert ist hier also fehl am Platz. Es geht mehr darum, einen Einblick in die extremen Emotionen und Situationen zu erhalten, die der Krieg hervorruft, so der Tonus der Rezension.
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