Kent Haruf

Abendrot

Roman
Cover: Abendrot
Diogenes Verlag, Zürich 2019
ISBN 9783257070453
Gebunden, 416 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von pociao. Holt, eine Kleinstadt im Herzen Colorados. Zwei alte Viehzüchter müssen den Wegzug ihrer Ziehtochter verkraften. Ein Ehepaar kämpft in seinem verwahrlosten Trailer um ein Stückchen Würde und um seine Kinder. Ein elfjähriger Junge kümmert sich rührend um seinen kranken Großvater. So hart das Schicksal auch zuschlägt - die Menschen in Holt sind entschlossen, dem Leben einen Sinn abzutrotzen. Und begegnen einander dabei neu.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2019

Oliver Jungen freut sich schon auf die nächste Übersetzung aus dem schmalen Werk des bei uns zum Leidwesen des Rezensenten kaum bekannten Kent Haruf. Harufs mit fotografischem Realismus erzählten Geschichten über die großen Herzen der Armen und Abgetriebenen in den Great Plains von Colorado haben es Jungen schwer angetan. Zauberhaft und überzeugend findet er, wie genau der Autor den humenen Kern einer Gemeinschaft freilegt, das "gute" Amerika, ohne kitschig zu sein. Für Jungen ein konzentriertes, zärtliches Erzählen in der Tradition von Twain und Faulkner, unzeitgemäß zeitgemäß, findet er.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.02.2019

Fein, aber klein, weil erst im fortgeschrittenen Alter begonnen, und hierzulande bislang schmählich unbekannt ist das Werk des 2014 verstorbenen amerikanischen Erzählers Kent Haruf, berichtet Christiane Müller-Lobeck, die sehr begrüßt, dass der Diogenes Verlag sich daran macht, ihm endlich zur Verbreitung im deutschsprachigen Raum zu verhelfen. Mit jedem seiner Bücher spinnt Haruf seinen Kosmos fort, der in einem fiktiven Ort in der Ebene Colorados sein Zentrum hat und eine überschaubare Anzahl handelnder Figuren umfasst, so die Rezensentin: einfache Leute, die es nicht leicht haben und es sich auch gegenseitig gern schwer machen. Eine Bestandsaufnahme von Trump-Amerika sollte man jedoch keineswegs erwarten, dafür sei der Autor nicht nur zu früh gestorben, sondern verfasse auch keine "Regionalliteratur", betont Müller-Lobeck. Die unwiderstehliche Dichte und soghafte Atmosphäre erzeuge Haruf nicht durch psychologisierende Einblicke, sondern im Gegenteil durch eine an Tschechow gemahnende erzählerische Neutralität, durch die präzise Schilderung des Handelns und Redens seiner Figuren. Für die Rezensentin gehören Harufs Erzählungen ganz klar "zum Besten, was die Literatur der letzten Zeit hervorgebracht hat".
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