Kerstin Holm

Moskaus Macht und Musen

Hinter russischen Fassaden
Cover: Moskaus Macht und Musen
Die Andere Bibliothek, Berlin 2012
ISBN 9783821862132
Gebunden, 240 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Das neue Russland unter Putin ist für uns vor allem eines: unheimlich. Wie berechenbar ist ein Land, das mit aller Macht zu alter Größe zurück will - und dabei von ungelösten Konflikten im Inneren zerrieben wird? Die literarische und politische Elite des halb-asiatischen Imperiums Russland misst sich seit eh und je am westlichen Nachbarn, an Europa. Doch im Vergleich zu Deutschland oder Frankreich hat das Riesenreich keines seiner zahlreichen Probleme konsensfähig gelöst. Doch Russlands ungelöste Probleme, so die provokativ-dialektische Diagnose, sind der Schlüssel zu seinem Reichtum: Die zivilisatorischen Defizite des Landes werden in Dichtung und Musik nicht nur kommentiert, sondern kompensiert: durch satirische Schärfe, Vitalität und die Kunst der Verstellung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2012

Mit großem Interesse hat Rezensent Ulrich M. Schmid Kerstin Holms neues Buch "Moskaus Macht und Musen" gelesen. Die Autorin, die der Rezensent für ihre faszinierenden Artikel und Bücher über Russland schätzt, analysiere hier an vier Fallstudien das ambivalente Verhältnis zwischen Kunst und Staat in Russland: Schmid liest etwa eine aufschlussreiche Studie über den Schriftsteller Wladimir Sorokin, der in seinen pessimistischen Zukunftsvisionen Science-Fiction mit einem politischen Rückfall in die grausamen Zeiten Iwans des Schrecklichen verbindet. Gebannt folgt der Rezensent auch Holms Ausführungen über den Komponisten Wladimir Martynow, dessen religiöse Musik der Autorin als Beispiel für die "Renaissance der Religion" im Russland des 21. Jahrhunderts dient. Schmid hat in dieser lesenswerten Studie viel über den häufig verhängnisvollen Stellenwert der Kunst in dem autoritären Staat erfahren - von Holm hätte er sich aber ein wenig mehr Distanz zu ihren Protagonisten gewünscht.

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