Kerstin Preiwuß

Heute ist mitten in der Nacht

Cover: Heute ist mitten in der Nacht
Berlin Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783827014658
Gebunden, 192 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

"Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, über etwas, das mich betrifft, so sprechen zu können, als ginge es alle etwas an", erklärt das Ich dieses Textes, "weil ich schon lange in der Welt lebe, in die jetzt alle geraten sind. Ich bin ruhig in diesem Ausnahmezustand. Ich bin beisammen."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2023

Was Kerstin Preiwuß über ihre Ängste schreibt, passt in keine literarische Schublade, schreibt Rezensentin Anna Vollmer. Die Autorin fasse ihren täglichen Ausnahmezustand in einer "Art Memoir" zusammen, in dem sie Szenen notiert, die bebildern sollen, wie das Unglück sie ständig zu belauern scheint. Auch den Versuch, die Gründe für ihre Angstzustände zu ergründen, thematisiere Preiwuß in ihrem neuen Buch - um dann zu versuchen, die als Muster auf unsere Gesellschaft zu übertragen. Den Ansatz fand die Rezensentin "vielversprechend", bedauert aber, dass er nur bedingt funktioniere. Denn in den meisten Fällen blieben die autobiografischen Begebenheiten so persönlich, dass Leser selbst Erfahrungen im Lockdown der Corona-Pandemie nur schwer auf sich selbst übertragen könnten. Deshalb bliebe das Buch eine Zustandsbeschreibung der Autorin und die Frage nach Mechanismen kollektiver Angst unbeantwortet.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.02.2023

Rezensent Tobias Lehmkuhl freut sich über ein nachdenkendes, tastendes Buch über private Empfindungen zu politischen Themen der Zeit. Kerstin Preiwuß' "Heute ist mitten in der Nacht" berührt für ihn wichtige Fragen zu Corona, zu Krieg und Tod, zu Familie, ohne ins Oberflächliche oder gar Voyeuristische zu verfallen, stattdessen eröffnet ihm die Autorin Perspektiven in ihr Innerstes, die er auch ausführlich zitiert. Eine neue Ansicht, der sprachlich ansprechend die Synthese von Persönlichkeit und Politik gelingt, resümiert Lehmkuhl.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.01.2023

Rezensentin Miriam Zeh vermisst mit der Dichterin Kerstin Preiwuß die "emotionale Landkarte Deutschlands" in den hier versammelten alten und neuen Texten, die sich um Angst in privaten und gesellschaftlichen Zusammenhängen drehen. "Klug und sensibel" verknüpft Preiwuß die beiden Sphären miteinander, versichert die Rezensentin, die hier von Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, aber auch von einem Vergewaltigungsversuch, dem Tod des Vaters oder den Erinnerungen an den rassistischen Anschlag in Rostock-Lichtenhagen liest. Bisweilen dringt die Autorin in ihren eindringlichen "Angstanalysen" gar zu "letzten Wahrheiten" vor, staunt Zeh.

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