Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2007
Durchaus mit Gewinn hat Walter Grasnick dieses Buch von Klaus-Dieter Godau-Schüttke gelesen, auch wenn Titel und Untertitel völlig in die Irre führen. Weder geht es in seinen Augen um den Bundesgerichtshof noch wird eine kritische Situationsanalyse geboten. So gesehen hält er das Buch schlicht für eine "Mogelpackung". Allerdings für keine uninteressante. Im Mittelpunkt des Buchs sieht er den ersten Präsidenten des Bundesgerichtshofs Hermann Weinkauff, dessen von einem christlich grundierten Naturrecht geprägtes Denken zahlreiche Urteile aus den Gründerjahren des BGH prägte. Grasnick wirft einen kritischen Blick auf Weinkauff, der von 1935 bis 1945 Mitglied des Reichsgerichts war und nach dem Krieg jede Gelegenheit nutzte, Weißwäsche und Schönfärberei zu betreiben. Die Stärke von Godau-Schüttkes Buch sieht Grasnick vor allem in der Auswertung der Personalakten Weinkauffs und der Schilderung von dessen Werdegang. Er hebt hervor, dass der Autor darüber hinaus auch die Akten anderer Richter des 1. Zivilsenats am Reichsgericht, dem Weinkauff die längste Zeit angehörte, sorgfältig studiert hat.
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