Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf erlebte in den vergangenen 20 Jahren einen tiefgreifenden Wandel. Hierbei wurden nicht nur ehemalige Industrie- und Militärflächen als lebenswerte Stadträume zurückerobert. Bodenversiegelungen wurden aufgebrochen, klimagerechte Wohnquartiere gebaut, öffentliche Grünflächen und Wege angelegt. Damit konnten die Nachteile des segmentierten Stadtkörpers größtenteils überwunden werden. Düsseldorf gewann durch die Abkehr vom Konzept der autogerechten Stadt ein beträchtliches Stück an gelebter Urbanität zurück. Schon heute wird somit greifbar, was einmal die Green City Düsseldorf mit dem neuen innerstädtischen Blaugrünen Ring sein wird. Im Architekturführer Düsseldorf zeichnet Autor Klaus Englert die aktuellen Entwicklungen und deren Traditionslinien kenntnisreich am Beispiel von über 170 Objekten nach - von der barocken Gartenstadt bis zur Stararchitektur des Medienhafens und modernen Wohnquartieren. Er skizziert den urbanen Wandel, der an den Stadträndern begann, und wirft hierbei auch Blicke über die Stadtgrenzen hinaus, etwa auf die Bauten der Stiftung Insel Hombroich im benachbarten Neuss oder das Neanderthal-Museum in Mettmann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2022
Rezensent Andreas Rossmann empfiehlt Klaus Englerts Architekturführer durch Düsseldorf allen, die ihre Vorurteile über die Stadt revidieren möchten. Provinziell oder protzig kann Rossmann nicht finden, was Englert in seinem reich bebilderten Band vorstellt, eher erkennt der Rezensent die Weltoffenheit der Stadt und ihrer Umgebung. Das liegt vielleicht auch daran, dass sich der Autor auf die neueren Bauten konzentriert, den "ökologischen Stadtumbau" und damit die Zukunft der City in den Blick nimmt. Die thematische und historische Ordnung hilft Rossmann durch die Menge an Bauten. Vermisst hat er eine weitergehende Beschäftigung mit dem Schulbau und mit dem Einfamilienhaus. Immerhin behandelt Englert laut Rossmann Sünden an der architektonischen Moderne, wo er sie erkennt. Einige Redundanzen und Sachfehler schmälern die Freude an dem Band für den Rezensenten kaum.
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