Was treibt uns an? Klaus-Jürgen Grün, als Managementberater und Hobbypilot selbst mit vielerlei Risiken vertraut, plädiert für die Anerkennung der Angst nicht als Gefährdung, sondern als Voraussetzung für ein erfolgreiches Leben. Unser Leben ist von zahlreichen Ängsten geprägt: vor Gewalt und Terror, vor Arbeitslosigkeit und gesellschaftlichem Abstieg, vor emotionaler Zurückweisung und Bloßstellung. Dagegen unterschätzen wir reale Gefahren, wie sie etwa vom Straßenverkehr oder der Atomtechnik ausgehen, viel zu häufig. Mit dem Komplexerwerden der Welt wird es für den Einzelnen immer schwerer, Bedrohungen einzugrenzen und mit ihnen umzugehen, zumal Angst und Skepsis von den meisten als Zeichen der Schwäche interpretiert werden. Etwa 100 Milliarden Euro, so schätzen Angstforscher, gehen allein der deutschen Wirtschaft jährlich verloren, weil Manager und Angestellte mögliche Risiken fürchten. Grün plädiert in diesem Buch für einen bewussten und konstruktiven Umgang mit der Angst, damit sie Potentiale freisetzt, statt zu lähmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2009
Passabel findet Ernst Horst dieses Buch über Angst, das Klaus-Jürgen Grün vorgelegt hat. Angst scheint ihm ein großes Thema; was der Autor - Philosoph und Hobbypilot, der sich besonders um die Ängste von Führungskräften kümmert - dazu zu sagen hat, ist in seinen Augen nicht immer originell. Das muss es seines Erachtens aber auch nicht sein, zumal er manche Ausführung Grüns zur Angst für plausibel hält. Manche aber auch nicht. Grüns psychoanalytische Erklärung, Flugangst sei in Wahrheit Angst vor Sexualität, überzeugt ihn etwa trotz schöner Darstellung keineswegs. Ein wenig zu einseitig ist für ihn auch die betonte Wertschätzung des Autors für Manager und Führungskräfte, denen er mit seinem Buch zeigen will, konstruktiv mit ihren Ängsten umzugehen.
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