Bereits seit geraumer Zeit wird vom "Altern" oder gar vom "Ende" der Moderne gesprochen. Von hier aus ist es nicht weit, ein sogenanntes "postmodernes" Zeitalter zu verkünden - ein Begriff, der so unbestimmt ist wie der, von dem er sich eigentlich positiv abzugrenzen bemüht. Lichtblau arbeitet heraus, daß die Entfaltung des Diskurses über die Moderne weder dem linearen Modell der zunehmenden Perfektionierung eines Grundprinzips noch dem traditionellen platonischen Modell der Läuterung beziehungsweise "Sublimierung" einer apriorisch vorgegebenen "Idee" folgt. Vielmehr geht er davon aus, daß der Diskurs der Moderne der bereits von Nietzsche beschriebenen Figur der "ewigen Wiederkehr des Gleichen" entspricht. In diesem Buch wird der Versuch untenommen, das Problem der damit verbundenen paradoxen "Einheit der Differenz" in Gestalt einer begriffenen Geschichte deutlich zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.07.2002
Als einer der letzten Standhaften kämpft der Soziologe Klaus Lichtblau für die Moderne, berichtet Rezensent Alexander Kissler. Dabei geriert sich Lichtblau ein wenig wie der "letzte Feuermann", der die Pflicht hat, das brennende Haus der Moderne ganz allein zu löschen versucht, findet Kissler. Wie der Rezensent weiter ausführt, betreibt Lichtblau zunächst ein wenig Kollegenschelte: durch "theoretische Anspruchslosigkeit" versuchten Kollegen wie Ulrich Beck und Dirk Kaesler zu Lieblingen der Öffentlichkeit zu avancieren. Lichtblau warnt dann laut Kissler vor der Preisgabe der Moderne, die er als das ureigene Forschungsgebiet der Soziologie versteht, und rät seinen Kollegen, nicht jeden "avantgardistischen Wahn" mitzumachen. Den Rezensenten scheint das nicht sonderlich zu beeindrucken. Offene Kritik übt er allerdings nur an Lichtblaus Stil: "Wären seine Sätze etwas knapper, wäre seine Sprache etwas geschmeidiger, sein Deutsch etwas deutlicher", so Kissler zusammenfassend, "dann gäbe es noch mehr zu berichten vom letzten ehrlichen Feuerwehrmann dieser Erde".
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