Herausgegeben von Klaus Garber. Der Übergang in ein neues Jahrtausend steht innerhalb der Wissenschaften auch im Zeichen einer neu sich formierenden Kulturwissenschaft. Sie hat eine lange, in die Aufklärung zurückführende Tradition in Europa und ist doch immer wieder mißtrauisch und despektierlich aus der Optik der Fachwissenschaften und Spezialisten beäugelt worden. Sie wird nur in dem Maße Profil und Selbstbewußtsein gewinnen, wie sie sich ihrer Geschichte und ihrer Repräsentanten versichert hält. Derer sind ungezählte Große zwischen Vico und Herder, Baron und Kristeller, wie immer sie auch heißen. Die Beiträge dieses Bandes, die maßgebliche Kulturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts behandeln, sind geeignet, die gegenwärtige Debatte um eine tragfähige Kulturwissenschaft im Rahmen einer historischen Anthropologie zu befördern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.10.2002
Der von Klaus Graber herausgegebene Band mit Beiträgen zum Thema "Kulturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts" zeichnet nach Ansicht von Rezensentin Margaretha Huber ein klares Bild der seit jeher in den Geisteswissenschaften ausgeübten Kulturwissenschaft. Sie hebt hervor, dass die Einzelbeiträge die Erforschung der frühen Neuzeit in den Vordergrund stellen. So würden nicht nur die thematischen Berührungen und Verschränkungen sichtbar, aus denen die gemeinsamen Fragestellungen von Kunsthistorikern, Mediävisten, Philologen, Literaturwissenschaftlern, Historikern, Soziologen hervorgehen. Es zeige sich auch, dass sich der kulturwissenschaftliche Ansatz selbst der Erforschung von Umbruchs- und Übergangszeiten verdanke, während er zugleich dem Gedanken einer Gesamtentwicklung europäischer Kultur verpflichtet sei. Als kennzeichnend für die im Band behandelten Autoren erachtet Huber eine "erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber den methodischen Verfahren und schließlich eindringliche Versuche einer Beschreibung der beweglichen Grenzlinien, die in der wissenschaftlichen Erfassung der literarischen und bildlichen Zeugnisse begegnen." Die einzelnen Porträts erhellen sich gegenseitig und lassen Verbindungslinien erkennbar werden, freut sich Huber. Als "vorzüglichen Beitrag" würdigt sie insbesondere Klaus Garbers Ausatz "Versunkene Monumentalität".
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