Klaus Zehelein hat das neue deutschsprachige Musiktheater entscheidend geprägt. Seine Arbeit als Dramaturg und Intendant kann mit Blick auf die Erfindung und Ausgestaltung einer Oper für den modernen Menschen als modellhaft gelten. Fernab von Vorstellungen eines auf "Aktualisierung" zielenden Regietheaters gewinnen Zeheleins Ideen eines heutigen Musiktheaters durch die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Werke zukunftsträchtige Brisanz. Die Autobiographie folgt den Stationen seines Wirkens - von den Anfängen in Kiel und Oldenburg hin zu den Zeiten des Aufbruchs in Frankfurt und Stuttgart bis zu seiner Tätigkeit als Präsident der Bayerischen Theaterakademie und des Deutschen Bühnenvereins. Sie zeigt, was Musiktheater sein kann: ein Ort unerhörter Augenblicke, die die Gegenwart neu entdecken lassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2026
Rezensent Wolfgang Sandner liest Klaus Zeheleins Autobiographie mit Gewinn. Bei Licht betrachtet handelt es sich freilich weniger um eine Autobiographie als um ein Arbeitsbuch. Auf gerade einmal sieben Seiten handelt Zehelein seine jungen Jahre ab - dann trifft er im Studium auf Adorno, der zu seinem intellektuellen Mentor wird. Später beschreibt Zehelein, wie er zunächst in Kiel und Oldenburg, später in Frankfurt und Stuttgart an einer neuen Form des Musiktheaters arbeitete, die neben aktuellen auch alte Stücke bearbeitete und modernisierte. Als Intendant in der Frankfurter und Stuttgarter Zeit war es ihm wichtig, den historischen Kontext der Stücke mit der Gegenwart der Aufführung zu verbinden, lernt Zehelein. Dem Kritiker gefällt an der hier geschilderten Theaterarbeit vor allem, dass modernes Theater für Zehelein nicht auf anwendungsfertigen Rezepten basiert, stattdessen betont er stets die Unerschließbarkeit und Widersprüchlichkeit der aufgeführten Stücke. Dass das alles außerdem in einem sachlich-lakonischen, auch gegenüber sich selbst kritischen Tonfall geschrieben ist, gefällt dem Rezensenten erst recht.
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