Mit einem Nachruf von Elke Heidenreich. Er ist achtundsiebzig, als er erfährt, dass er für den Rest seines Lebens drei Mal in der Woche ans Dialyse-Gerät muss. In dieser gnadenlosen Abhängigkeit von einer Maschine blickt er auf sein Leben zurück - ein Leben mit einer chronischen Nierenkrankheit, aber auch ein Leben, das bis an seine Grenzen ausgekostet wurde, voller Kunst, voller Literatur, voller erfüllender Schaffensprozesse. Vor allem aber blickt er nach vorn: Was bedeutet diese Maschine für seine Arbeit als Theaterregisseur, der er noch immer wie besessen nachgeht, für seine Beziehung zu seiner Frau, die seit über fünfzig Jahren an seiner Seite ist, für seinen Sohn und seinen Enkel? Und was erwartet ihn danach? Hans Neuenfels sorgte mit seinen Arbeiten für stürmische Auseinandersetzungen, die ihn über die Theaterwelt hinaus weit bekannt machten. Mit seinen letzten Texten gibt er einen persönlichen Einblick in sein Leben und Wirken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.07.2022
Rezensent Claus-Jürgen Göpfert erinnert sich wehmütig an den Regisseur Hans Neuenfels. Dessen letzte Texte übers Theater, die Beziehung zu Elisabeth Trissenaar, das Trinken, seine Prosa über den plötzlichen Tod beim Essen u. a. lassen Göpfert noch einmal die großen Inszenierungen Revue passieren, unterstützt durch die Fotos im Band, aber leider nicht durch "einordnende Erläuterungen", wie Göpfert bedauert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2022
Rezensentin Irene Bazinger ist gerührt von den Erzählungen, autobiografischen Texten und Gedichten von Hans Neuenfels. Als eine Art Vermächtnis erscheinen ihr die Stücke, die von Tagträumern handeln, vom Leben mit der Dialyse oder auch vom "Rheinischem Sauerbraten". Dass die Kunst dem Autor das höchste Gut war, erahnt Bazinger wohl, so wenn Neuenfels sich poetisch an die Kindheit und seine Zeit als junger Regisseur erinnert, oder in den Geschichtem über seelenverwandte "Luftgestalten".
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