Aus dem Niederländischen von Jan Lanneau. Die Tätowierung wird in der westlichen Gesellschaft auf sehr unterschiedliche Weise wahrgenommen: Den einen gilt sie als vulgär, den anderen als eine stilvolle Form der 'Körperkunst'. Der Autor, Soziologieprofessor in Leuven (Belgien), geht vor allem der Frage nach, ob sich für diese Unterschiede der Sinngebung eine objektive gesellschaftliche Grundlage finden lässt. Und über diese Neugier hinaus möchte er nicht nur in die ästhetische Beurteilung der Tätowierung, sondern in das ästhetische Beurteilen allgemein Einsicht bekommen. So untersucht er, ob uns die unterschiedliche ästhetische Qualifizierung der Tätowierung auch etwas über die soziale Schönheitskonstruktion an sich sagt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.02.2007
Den Essay von Lieven Vandekerckhove, der sich mit der neuen Ästhetik von Tattoos beschäftigt, findet Rezensent Alexander Kissler im Großen und Ganzen recht vergnüglich. Trotz der weiten Verbreitung von Tätowierungen sind sie für den niederländischen Autor immer noch vor allem unteren Schichten der Gesellschaft vorbehalten und werden von der Gesellschaft insgesamt als die "Autonomie des Körpers" allzu sehr betonendes und zudem alle gesellschaftlichen Unterschiede nivellierendes Zeichen abgelehnt, erklärt der Rezensent interessiert. Dass der Autor allerdings gar keinen Unterschied macht, ob es sich um kleine, quasi dekorative Tattoos oder Ganzkörpertattoos wie zum Beispiel das des Aktionskünstlers "Lizardman" handelt, findet Kissler nicht überzeugend.
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