Aus dem Französischen von Edmund Jacoby. Dass alle Menschen von Geburt aus gleich seien, ist eine Überzeugung der westlichen Aufklärung, die in die Menschenrechtserklärungender Amerikanischen und der Französischen Revolution eingegangen ist. Doch das verhinderte nicht,dass es noch immer Sklaverei, Ungleichheit der Geschlechter und Verelendung ganzer Bevölkerungsgruppen gibt.1948, nach den Erfahrungen der Gräuel des Zweiten Weltkriegs und vor allem des Holocaust, formulierten dieVereinten Nationen unter der Federführung von Eleanor Roosevelt und René Cassin die Allgemeine Erklärungder Menschenrechte. Diese ist kein verbindliches Völkerrecht, sondern ein Modell, das längst nicht allen Staatenpasste. Die Sowjetunion sah die sozialen Rechte nicht genug betont, der südafrikanische Apartheitsstaat fand gar nicht, dass alle Menschen dieselben Rechte haben sollten, die Saudis wollten Frauen keine gleichen Rechtegeben und den Menschen keine freie Wahl ihrer Religion zugestehen; auch die USA haben die Folter legitimiert,und gleicher Zugang zur Bildung ist nicht einmal in Deutschland durchgesetzt. Also muss an der Formulierung und vor allem der Durchsetzung der Menschenrechte weitergearbeitet werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2020
Rezensent Bernd Graff lobt François de Smets und Thierry Bouüaerts Comic über die 1948 in Paris verkündeten Menschenrechte und deren Pioniere Eleanor Roosevelt, René Cassin, Charles Malik und Peng-chun Chang. Gerade in der (nach Graff ohnehin notwendigen) Verdichtung der Ereignisse und Biografien werde hier deutlich, dass Menschenrechte kein gegebenes Gut sind, sondern immer wieder neu erkämpft werden müssen, wie auch Graffs kurzer Abriss früherer Menschenrechtsentwürfe zeigt.
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