Aus dem neuseeländischen Englisch von Jürgen Neubauer. Mit zahlreichen Abbildungen. Als der legendäre Polarforscher Robert F. Scott seine letzte Etappe zum Südpol antrat, ließ er sechs Teilnehmer der Expedition an der Basisstation zurück. George Murray Levick war einer von ihnen. Über Monate hinweg in einer Eishöhle überwinternd, gelang es ihm als Erstem, Adeliepinguine zu studieren. Was er sah, war bahnbrechend und schockierend zugleich: So unerhört und unfassbar erschien ihm das Sexualleben der Vögel, dass er seine Beobachtungen später verschlüsselt und nur in einer Auflage von hundert Exemplaren veröffentlichte. Sie gerieten in Vergessenheit - wie Levick selbst auch. Hundert Jahre später stößt der Forscher Lloyd Spencer Davis im Zuge seiner eigenen Wissenschaftsabenteuer auf Levicks Aufzeichnungen. In seinem Buch erzählt er dessen spektakuläre Überlebensgeschichte im ewigen Eis und würdigt Levicks akribische Studie über die Pinguine, deren Liebesleben dem unseren weit ähnlicher ist, als wir je dachten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.12.2021
Rezensent Günther Wessel findet viel Interessantes in Lloyd Spencer Davis' Buch über das Sexualleben der Pinguine, die Polarexpeditionen von Scott, Amundsen und Shackleton und eigene Überlegungen und Erlebnisse des forschenden Autors. So erfährt er, dass Pinguine promiskuitiv leben, Homosexualität pflegen, aber auch Nekrophilie. Darüber hinaus erläutert ihm der Autor, wie seine viktorianischen Moralvorstellungen den Arzt George Murray Levick daran hinderten, seine Erkenntnisse über das Sexualleben der Pinguine zu publizieren. Alles in allem für Wessel lehrreich, spannend und unterhaltsam, wenngleich in der Fülle und in der Mischung auch mitunter verwirrend. Etwas mehr Ordnung und Beschränkung hätten dem Buch gut getan, glaubt er.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…