Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Joachim Sartorius. Die Wüste von Judäa, der Boden Palästinas, das ist der Ort, den Lorand Gaspar in seinem epischen Poem in verschiedensten Tonarten besingt. Mit hoher Sensibilität gegenüber der fast magischen Präsenz des mineralischen Universums wie auch gegenüber der Zerbrechlichkeit des Lebens legt er Schicht um Schicht dieses archaischen Ortes frei. Stein und Staub, Lehm und Licht, die Wüste, jene "leere Erde", ist alles andere als der Ort des ewig Gleichen. Mythologisch, historisch, physikalisch und sinnlich entblättert er ihn und wandert dabei immer weiter in die Tiefe. Eine Nomadenseele, die räumlich wie zeitlich stets den weitesten Bogen spannt. Ihr poetischer Raum ist markiert durch Knochen, Muscheln und allerlei Getier, durch Fundstücke, aus der unmittelbaren Umgebung geschöpft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2006
Beeindruckt zeigt sich Rezensent Jürgen Brôcan von Lorand Gaspars Langgedicht "Sol absolu", das nun in einer "klangschönen" deutschen Übersetzung vorliegt. Der auch einzeln erhältliche Band "Erde aller Erde" ist Teil der Lyrikkassette "Mein Gedicht ist mein Messer", die neben Gaspar die Dichter Ralph Dutli, Les Murray und Robert Hass vorstellt. Brôcan würdigt "Sol absolu" als die "längste und komplexeste" von Gaspars Dichtungen aus der mediterranen Welt. Der Autor suche darin ein Abbild des Mikrokosmos Wüste, der Wüste Judäas, zu erschaffen. Aufzählungen, Zitate aus klassischen Texten und naturwissenschaftlichen Schriften wechselten sich ab mit lyrischen, eher subjektiven Abschnitten. Am Ende sieht Brôcan die Fragmente dieser Großmontage in einen "Gesang des Glücks" münden, "der die Polaritäten für einen Moment aufhebt".
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