Mit zahlreichen Abbildungen sowie einer Audio-CD. OSTEUROPA 11-12/2012 widmet sich dem polnischen Komponisten Witold Lutoslawski, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiern würde. Er ist ist ein Klassiker der Avantgarde. Musikwissenschaftler, Musiker, Schüler und Kollegen Lutoslawskis geben auf 160 Seiten in Analysen, Essays und Interviews neue Einblicke in Leben und Werk des großen polnischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Anne-Sophie Mutter erzählt von Ihrer Begegnung mit Lutoslawski, der ihr die Welt der Neuen Musik eröffnete. Die Komponisten Krzysztof Meyer und Vladimir Tarnopol'skij berichten vom Einfluss Lutoslawskis auf das polnische und das sowjetisch-russische Musikleben. Eine CD mit Lutoslawskis Cellokonzert und Meyers Farewell Music runden das Heft ab.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2013
Auch Komponisten können "einer nationalen Kultur ihren Stempel aufdrücken" und sie nachhaltig verändern, weiß Wolfgang Schreiber. Wagner sei so einer gewesen und Verdi - und Witold Lutosławski. Nach Weltkrieg und Stalinismus war er wesentlich an der Gründung des Musikfestivals Warszawska Jesien beteiligt, des Warschauer Herbstes, erklärt der Rezensent. Dieses Festival war zu der damaligen Zeit eine singuläre Erscheinung: es war das einzige Festival internationalen Ranges in Osteuropa und es wurde zum Symbol der Hoffnung für die polnische Avantgarde, auch über die Grenzen hinaus. Die interdisziplinäre Zeitschrift Osteuropa hat Witold Lutosławski zu seinem hundertsten Geburtstag ein Sonderheft gewidmet, in dem dessen musikalische und politische Wirkung in verschiedenen Essays verhandelt und gewürdigt wird, berichtet Schreiber: Der Aufbruch aus der "Stildoktrin des Sozialistischen Realismus".
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