Jürgen Durynek

Korruptionsdelikte (§§ 331 ff. StGB)

Reformdiskussion und Gesetzgebung seit dem 19. Jahrhundert. Diss.
Cover: Korruptionsdelikte (§§ 331 ff. StGB)
Berliner Wissenschaftsverlag (BWV), Berlin 2008
ISBN 9783830515159
Gebunden, 521 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Das Buch schildert die Entwicklung der Pönalisierung korruptiven Verhaltens seit dem französischen Code penal von 1810. Der Autor analysiert die Gesetzesfassungen bis hin zu den heutigen Paragrafen 331 ff. StGB unter Berücksichtigung der zeitgenössischen Reformdiskussion, wobei auch die seit Mitte des 19. Jahrhunderts praktizierte zweigleisige Ahndung korruptiver Verhaltensweisen einerseits durch das Strafrecht und andererseits durch das Disziplinarrecht aufgezeigt und problematisiert wird. Die Längsschnittuntersuchung offenbart die stetige Fortentwicklung (Stichwort: Kontinuität) der Vorschriften durch die verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte und die sich stetig abzeichnenden Kriminalisierungstendenzen (Stichwort: Kriminalisierung) sowie die fortschreitende Verwässerung des Rechtsguts (Stichwort: Subjektivierung). Die Würdigung zeigt Verbesserungsmöglichkeiten auf. Die Arbeit richtet sich gleichermaßen an Juristen aus Wirtschaft und Praxis.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2009

Rezensent Milos Vec hat mit Interesse zwei Bücher zum Korruptionsstrafrecht gelesen, die gleichermaßen sein Wohlwollen finden. Jürgen Durynek widmet sich dem Thema in rechtshistorischer Hinsicht und untersucht das Korruptionsstrafrecht der letzten 150 Jahre, das besonders in der letzten Zeit weit reichende Veränderungen erfahren hat, lässt uns der Rezensent wissen. Was das Buch auch für Nichtjuristen interessant mache, sei seine "erfrischend" kritische Position gegenüber dem rechtspolitischen Umgang mit Korruption. So hat sich das Korruptionsstrafrecht zwar enorm ausgeweitet und es werden immer mehr Praktiken als Korruption gewertet, in der Praxis erweist sich allerdings der "obrigkeitliche Bekämpfungswille" als eher moderat, fasst Vec die Einwände des Autors zusammen. Durynek kritisiert die Ausweitung der Korruptionsgesetzgebung und plädiert stattdessen für die wirksamere Anwendung des Disziplinarstrafrechts bei Korruption, wie Vec zustimmend mitteilt.
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