Aus dem Französischen von Martin Budde. Handlettering von Andreas Michalke. Hoppla! Julius Corentin Acquefacques wird unsanft aus seinen Träumen gerissen und in eine Geschichte geworfen, deren Anfang er nicht kennt. Die Handlung von "Die Verschiebung" beginnt auf Seite 7, das Titelbild findet sich auf Seite 59 und mittendrin scheint jemand mehrere Seiten aus dem Buch gerupft zu haben. Der unerschrockene Grenzgänger zwischen den Realitätsebenen muss sich sputen, um nicht von den Ereignissen der Verschiebung überrollt zu werden… Marc-Antoine Mathieu lotet einmal mehr die Grenzen des Erzählbaren aus - und nebenbei auch die der Buchgestaltung - sodass man aus dem Staunen gar nicht herauskommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.05.2015
Ganz schön wirr, was Peter Rutkowski mit Marc-Antoine Mathieu erlebt. Lauter Nebenfiguren und ein Held, der nur am Rand in Erscheinung tritt? Eine Geschichte, in die der Leser auf jeder Seite des Buches einsteigen kann? Zum Glück versichert Rutkowski eine bessere Übersicht als beim vergleichbaren "Finnegans Wake". Kunststück! Mathieus verrückter Comic über Figuren, die sich im Absurden zurechtfinden müssen, hat auch nur 64 Seiten. Dem Rezensenten reicht das allerdings, um festzustellen, dass der Autor seinem Strich nunmehr mehr physische Präsenz abgewinnt und seinen Dialogen mehr Kultiviertheit als früher. Dass beide harmonisieren und Poesie erzeugen, gehört für Rutkowski zu den Vorzügen dieses Buches. "Schwierig? Ja. Verrückt? Bestimmt. Lesenswert? Unbedingt!", lautet sein emphatisches Fazit.
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