Ohne ein Wort erzählt Marc-Antoine Mathieu in "Richtung" die Initiationsreise eines Mannes durch eine Welt von labyrinthischer Natur. Wohin treibt es ihn? Was gibt seinem Leben Sinn? Entschlossen folgt der namenlose Wanderer Pfeilen und anderen Hinweisen durch die Leere des Seins - die Richtung ist sein einziger Antrieb. Eine philosophische und hypnotische Bilderreise durch eine Welt ohne Grenzen, in der Marc-Antoine Mathieu einmal mehr lustvoll und voller Neugier die Grenzen der Gestaltungsmöglichkeiten des Comics auslotet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.06.2015
Schlicht und linear findet Christoph Haas die Erzählweise in Marc-Antoine Mathieus neuem Band mit den Abenteuern von Julius Corentin Acquefacques. Doch das ist nicht alles, meint Haas. Wie immer bei diesem Zeichner ist das, was passiert, weniger wichtig als die Art der Wiedergabe, erklärt Haas, wenn in diesem Band der Inhalt auch mehr Gewicht erhält als bei Mathieu üblich, so der Rezensent. Dass der Band fast ohne Worte auskommt, scheint Haas bemerkenswert. Regie scheint ein Pfeil zu übernehmen, der der Hauptfigur den Weg weist, wie der Rezensent erläutert. Vor allem die Leichtigkeit der Präsentation macht es ihm möglich, den gezeigten traumartigen Verwandlungen des Settings ohne Mühe zu folgen und sich eigenen Assoziationen hinzugeben. Minimale Mittel führen hier zu maximaler künstlerischer Wirkung, versichert er.
Ralph Trommer freut sich sehr, dass Marc-Antoine Mathieu sich mit seiner Graphic Novel "Richtung" immer noch der Mode des narrativen Realismus verwehrt und ihr eine traumartige Bilder-Erzählung entgegenhält, in der ein gesichtsloser Handlungsreisender immerzu wegweisenden Pfeilen folgt und an verschiedenste Schauplätze gelangt, die zur Interpretation einladen, fasst der Rezensent. Das Buch sei "pure Philosophie", die sich der "Banalität des Wortes" verweigert und keine Antworten gibt, während sie dennoch den Sinn des Lebens als ganzes staunend infrage stellt, erklärt Trommer.
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