Marco Lodoli

Inseln in Rom

Streifzüge durch die Ewige Stadt
Cover: Inseln in Rom
Carl Hanser Verlag, München 2003
ISBN 9783446202917
Gebunden, 152 Seiten, 13,90 EUR

Klappentext

Ausgewählt und aus dem Italienischen von Gundl Nagl. Mit Fotografien von Peter-Andreas Hassiepen. Rom, wie es nicht in den Reiseführern vorkommt: Marco Lodoli nimmt uns mit an Orte, an die sich kaum je ein Tourist verirrt. So führt er uns zu einem verwunschenen Antiquariat, zu dem uralten Heiligtum des Mithras unter der Kirche San Clemente oder zu einer wunderbaren Konditorei, die 24 Stunden geöffnet hat. Ein Streifzug durch die unbekannten Gassen der Ewigen Stadt, ergänzt mit Fotografien, die überraschend andere Blicke auf Rom offenbaren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003

Ein kleines Buch über Rom gibt Thomas Steinfeld Gelegenheit zum Schwelgen: in Erinnerung an den letzten eigenen Rom-Aufenthalt, einen dort stattgefundenen Ausstellungsbesuch und ein kleines Buch, das Marco Lodolis "wunderbare römische Vignetten" enthält, wie der Rezensent schreibt. Diese Vignetten sind Kolumnen, die Lodoli ursprünglich für den römischen Lokalteil von "La Repubblica" verfasst hat und die die Leser an kleine unscheinbare, teils wunderliche, teils hässliche Orte in Rom führen, die ihr Eigenleben gegenüber den klassischen Stätten behaupten. Ein kleine Tankstelle etwa, die aussieht wie ein "großer Mollton aus Beton", oder ein Platz, an dem die hässlichste Statue der Renaissance steht, auch so etwas gibt es nämlich, und erst solche Dinge oder Orte sind es, die im Kontrast , im "Widerstand gegen das Schöne", diese Schönheit überhaupt erst interessant werden lassen, schreibt Steinfeld. Er nennt Lodoli einen "Verführer zum Kleinen und Unscheinbaren", dem er entzückt ein ihm bislang unbekanntes Wort abgeluchst hat: lo smorzo - steht im römischen Dialekt für Baumaterial, und das braucht man in Rom immer und ewig.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2003

Maike Albath hatte eigentlich gedacht, Rom habe bereits alle seine Geheimnisse offenbart, bis der Romancier Marco Lodoli sie nach eigenem Bekunden neu verführte - und zu sehen lehrte. In die obskuren Winkel der Ewigen Stadt haben sie seine kleinen Zeitungstexte geführt, in "schillernde Randzonen" und auf "Inseln der Kontemplation", zu abgeblätterten Mosaiken und der "hässlichsten Statue der Renaissance". Wie er das geschafft hat? Leise und leichtflüssig hat er sie verzaubert, mit "wohlgeformten Satzketten" hat er sie betört und mit beiläufiger Gelehrtheit beeindruckt. "Seine Glossen", schreibt sie, "entwickeln eine kleine Ästhetik des Alltagslebens und enthalten ein literarisches Programm in nuce: Nur wer die Demut kennt, kann von der Welt erzählen". "Minutenlektüre" sei das - gerade "lang genug, um für einen Moment in der Ewigkeit zu verweilen".
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