Margaret Atwood (Hg.), Douglas Preston (Hg.)

Vierzehn Tage

Ein Gemeinschaftsroman
Cover: Vierzehn Tage
dtv, München 2024
ISBN 9783423290029
Gebunden, 480 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Pieke Biermann, Christine Blum und Christiane Burkhardt u.a. New York im April 2020. Während des ersten Lockdowns treffen sich die Bewohner eines Mietshauses abends auf dem Dach und erzählen einander Geschichten. Jeder Mieter und jede Mieterin steuert eine bei (wahr oder zumindest gut erfunden) und ein neues Decamerone für unsere Zeit nimmt seinen Anfang. Die Erzählungen sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sich hier versammeln, und über die Geschichten in dieser Ausnahmesituation entwickelt sich ein ganz neuer Zusammenhalt. Allmählich findet die Runde zu einer unerwarteten Gemeinschaft und Anteilnahme füreinander. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.03.2024

Rezensentin Sylvia Staude liest sich angeregt durch dieses außergewöhnliche Romanprojekt, das von Margaret Atwood und Douglas Preston betreut wurde. Letzterer schreibt die Rahmenhandlung, führt Staude aus, die auf dem Dach eines New Yorker Hochhauses spielt, wo sich während der Coronazeit die Bewohner des Hauses versammeln und sich gegenseitig Geschichten erzählen. Diese Geschichten wiederum wurden von Atwood kompiliert, eine steuert sie auch selbst bei, die anderen stammen jedoch von über 30 anderen Autorinnen und Autoren aus Kanada und den USA. Die Rezensentin fasst einige Beiträge knapp zusammen, im Zentrum vieler Geschichten stehen Fragen nach der Macht des Schicksals und des Mechanismus von Ansteckungen. Ein vielseitiger Band ist das, freut sich die Rezensentin, naturgemäß ist nicht jeder Beitrag gleich gut, aber insgesamt zeigt ihr diese Sammlung, was das Erzählen von Geschichten leisten kann.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 14.02.2024

Eine "Entgegnung auf die Zersplitterung der menschlichen Landschaft" in Nordamerika ist dieses von Margaret Atwood und Douglas Preston herausgegebene Buch, findet Rezensentin Julia Schröder. Das Sujet, erklärt Schröder, ist folgendes: Die erste Corona-Welle hält New York in Beschlag, die Reichen fliehen aus der Stadt, die weniger gut Situierten müssen tagelang in ihren vier Wänden ausharren. Dabei trifft sich irgendwann eher unfreiwillig die bunt durchmischte - zum Beispiel afroamerikanische, alleinerziehende oder migrantische - Nachbarschaft eines Hauses auf dem Dach und reden über allerhand Themen: Leben und Liebe, aber auch beispielsweise die Anschläge von 9/11 kommen zur Sprache, resümiert Schröder. Die Geschichten sind hier von verschiedenen Autoren verfasst, unter anderen John Grisham, Dave Eggers und Erica Jong, die sich weniger um die "Wiedererkennbarkeit ihres Stils" zu kümmern scheinen, als um die Geschichten ihrer Charaktere an sich, lobt die Kritikerin. Ein Buch, das die amerikanische Literaturlandschaft ein Dreivierteljahr vor der Präsidentschaftswahl braucht, schließt Schröder.

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