Im Jahr 1753 stirbt Anna Maria Gwerder im Gefängnis von Schwyz an den Folgen der Folter, noch bevor sie in einem ordentlichen Verfahren als Hexe verurteilt werden kann. Der Witwe des Bezirksvorstehers Meinrad Gwerder, die im Muothatal revolutionäre Neuerungen einführen wollte, wurde ihre Tüchtigkeit zum Verhängnis. Margrit Schriber erzählt ihr Schicksal in seiner erschreckend zwingenden Logik im Denken der damaligen Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2006
Hexenbücher aus der Schweiz kennt Alexandra Kedves zur Genüge. Die Lakonie und darstellerische Härte des Textes von Margrit Schriber allerdings hält sie dann doch für etwas Besonderes. Wie Folklore ohne Herzenswärme erscheint ihr die Geschichte eines Hexenschicksals im Jahr 1753, die, wie Kedves uns wissen lässt, so ganz ohne ländliches Kolorit der gemütlichen Art auskommt. Rührung bewirkt das nicht gerade, nicht bei Kedves jedenfalls, der das übrigens nichts auszumachen scheint. Sie hält sich lieber an ein urschweizerische Begrifflichkeiten erklärendes Glossar und nimmt das Buch als "ton- und tatsachentreues" Protokoll einer Glaubensraserei.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.03.2006
Sprachlich und formal sei "Das Lachen der Hexe" so gelungen, dass Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger zuletzt tatsächlich das Lachen der vermeintlichen Hexe zu hören glaubt. Margrit Schriber habe einen historisch verbürgten Fall von Hexenverfolgung um 1750 als Stoff ihres Romans ausgewählt. Im Schweizer Kanton Schwyz, genauer im Muotatal gebe es sogar vierzig Sagen, die von Anna Maria Schmidig erzählen, einer "Auswärtigen", die den Kastenvogt Schmidig geheiratet hatte. Nach dem Tod des Mannes sei die wirtschaftlich erfolgreiche Frau mit dem "erregenden Lachen" bald nur noch die Fremde und dann die Hexe gewesen, "das Mensch". Beeindruckend am Roman ist aus Sicht der Rezensentin, wie die Autorin "ohne jede anbiedernde Empathie", nur durch eine "schlackenlos" erzählte Außenperspektive gleichwohl eine packende Geschichte erzähle. Als geglückt erachtet die Rezensentin insbesondere die "Einbindung des Muotataler Dialekts", die die Erzählsprache musikalisch belebe und allererst Anna Marias Lachen hörbar mache.
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