Marianne Rosenberg verkörpert wie kaum eine andere Sängerin die Entwicklung des deutschen Pop: Sie begleitet den Zeitgeist, und er begleitet sie. Seit drei Jahrzehnten kennt man ihre Lieder. Über ihr Leben weiß man wenig. Zum ersten Mal erzählt sie selbst, und ihr Buch erlaubt einen Blick auf diese Frau, wie man sie nicht kennt. Bereits mit sechs Jahren will sie Sängerin werden. Bis sie vierzehn wird, ist es ein Spiel. Dann gerät sie in die groteske Glitzerwelt des Showgeschäfts, und irgendwann gibt es keine andere Wahl mehr, als zu singen. Mit Hilfe der Musik gelingt es ihrer Familie und ihr, der Armut zu entkommen. Ihr Vater, der sie in frühen Jahren managte, hatte als einer der wenigen den Holocaust überlebt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Rezensent Peter Lückenmeier äußert sich unmissverständlich über diese Autobiografie des einstigen Schlagerstars Marianne Rosenberg: weitgehend unspannend und größtenteils nervend. Klatsch aus der Schlagerbranche, der ihn ohnehin nicht interessiert hätte, findet er darin zwar nicht. Aber der permanenten Selbstbesichtigung der Autorin kann er auch nichts abgewinnen. Die Botschaft, die die Autorin in vielen Varianten verkündet, lautet für ihn: "Hey, ich bin ganz anders." Warum die Aufarbeitung dieses Konflikts zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung in Buchform geschehen muss, kann sich Lückenmeier auch nicht erklären. Immerhin hält er Rosenberg zwei gelungene Passagen zu Gute. Die über den Tod Rio Reisers und, noch berührender, über ihren Vater, der als einer der wenigen in seiner Familie Auschwitz überlebte.
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