Übersetzt von Peter Sidler. Die Verkäuferin Marie-Rose De Donno spricht die Schriftstellerin Sylviane Roche in einem Modegeschäft an: «Ich habe etwas zu erzählen, was eine Autorin interessieren könnte.» Sie verabreden sich. Marie-Rose beginnt, ihr Leben zu erzählen, aus den Erzählungen entstehen ein Buch und eine Freundschaft. Das Leben der Marie-Rose De Donno ist mehr als ?romanhaft?: Ihr Herkommen in Süditalien ist geprägt von Hunger, einem Alkoholiker-Vater und gesellschaftlicher Ächtung. Unter harten Bedingungen wächst sie an wechselnden Orten in Italien und der Schweiz auf. Ihre Ehe in Süditalien scheitert, und schließlich verliert sie ihren 20-jährigen Sohn auf mysteriöse Weise. Die Geschichte ihres Lebens ist ein aufwühlender Bericht einer Reihe von Schicksalsschlägen und gleichzeitig der Bericht einer Befreiung und Integration mit enormer Kraft und bewundernswertem Mut.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2000
Beatrice Eichmann-Leutenegger zeigt sich gleichermaßen erschrocken wie erstaunt über die Lebensgeschichte Marie-Rose De Donnos, die - wie die Rezensentin anmerkt - von Sylviane Roche nach Tonbandaufzeichnungen festgehalten worden ist. Für Eichmann-Leutenegger stellt sich anhand dieser Aufzeichnungen unwillkürlich die "Frage, wie ein Mensch, dem solches zufällt, dies alles zu bestehen vermag": Da ist zum einen das Schicksal der Gastarbeiterfamilie, Gewalt und Missbrauchserfahrungen des Mädchens sowie ihre schwere Krankheit und diverse Aufenthalte in Kinderheimen. Dennoch haftet dieser Geschichte "keine Larmoyanz an", wie die Rezensentin bewundernd feststellt. Vielmehr scheint für Eichmann-Leutenegger hier das Ringen De Donnos um ein weitgehend "normales" Leben im Vordergrund zu stehen. Auch die Übersetzung von Peter Sidler gefällt der Rezensentin, zumal dieser den "Duktus der einfachen, fast rudimentären Sprache" durchaus bewahrt habe.
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