Im Jahr 1866, lange vor dem Erscheinen seiner berühmten Romane und Reiseberichte, verbrachte Mark Twain mehrere Monate als Korrespondent auf den Inseln von Hawaii, seinerzeit noch ein unabhängiges Königreich. Die Artikel, die er dort schrieb, begründeten seinen Ruf als Autor und rasender Reporter, als ebenso genauer wie respektloser und origineller Beobachter seiner Zeit. Mit unermüdlichem Interesse und unvergleichlichem Humor schreibt Mark Twain über die Sitten und Unsitten der Eingeborenen, die königliche Familie und ihre mehr oder weniger ruhmreiche Geschichte, Walfänger und übereifrige Missionare, über die Katzenkompanien von Honolulu, die haarsträubende Odyssee einiger Schiffbrüchiger und den absurden Zeitvertreib der ersten Touristen. Nebenbei verteidigt er die Mörder von Kapitän James Cook, prüft die Schönheit hawaiischer Frauen und ihrer bunten Wickelkleider, die "passen wie ein Zirkuszelt auf einen Zeltpfosten", und erfindet neuartige Mittel gegen Seekrankheit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2010
Susanne Ostwald wirft anlässlich des 175. Geburtstags und 100. Todestags von Mark Twain ein Blick auf einige Bücher des Schriftstellers und Satirikers, die jetzt in neuer Übersetzung vorliegen. Dessen "Post aus Hawaii", von Alexander Pechmann herausgegeben und übersetzt, scheint ihr hinsichtlich der schriftstellerischen Entwicklung Twains besonders erhellend, schwanken die Texte doch zwischen journalistischer Auftragsarbeit und schriftstellerischer Emanzipation. So findet sie in dem Band neben sachlichen Abhandlungen über den Walfang oder das hawaiische Handelswesen jede Menge humoristische Anekdoten, in denen sich auch erstmals Twains typischer Stil zeigte und in denen er seine satirischen und parodistischen Fähigkeiten erprobte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.04.2010
Zum hundertsten Todestag des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain widmet Burkhard Müller ihm ein großes Porträt und wirft einen Blick in einige seiner Bücher. Die Entsendung als Reporter nach Hawaii für die kalifornische Zeitung "Sacramento Union" stellt für den Rezensenten einen Schlüsselmoment in Twains Karriere als Schriftsteller dar, der ihn berühmt machen sollte. Deutlich wird in den hawaiischen Reportagen für Müller Twains ablehnende Haltung gegenüber Monarchen und Geistlichen, denn er macht sich mit dem ihm typischen Spott gleichermaßen über den König, der das Land nach europäischer Herrschermanier regiert, lustig wie auch über die weißen Missionare, die das Landes zum Christentum bekehrten.
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