Humor und Lachen sind Wesenszüge des Menschen, sind Signum menschlicher Freiheit und Souveränität. Als geistige Waffen werden sie zur höchsten und oftmals auch schwärzesten (Über-)Lebenskunst. Marleen Stoessels Essay ist eine Geschichte des Humors und zugleich eine amüsante Sammlung von Anekdoten und Aphorismen, von Geschichten und Sprüchen, in deren "wandernder Mitte" der "Trickster" erscheint, die in allen Kulturen wirkende Narrengestalt. Dieser Gestalt und ihrer humorbildenden Kraft folgt die Autorin quer durch Kulturen und Kulturgeschichte. Bei ihrer Spurensuche legt sie die konfliktlösenden Kräfte und die schelmischen Wurzeln des Humors frei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2008
Dieses Buch kann Ernst Horst empfehlen. Nicht allen zwar, da macht er uns nichts vor, aber für welches Buch gilt das schon. Horst findet heraus, dass die Autorin hier ihre eigene Sicht auf den Humor vorstellt. Auch, wenn sie, wie der Rezensent einräumt, nicht ganz genau weiß, was das ist, Humor. Genau darum geht es Marleen Stoessel: Den Begriff zu umkreisen, Grenzen auszuloten, über einen "Streifzug durch die Kulturgeschichte". Die Gewährsleute, die sie dafür in großer Zahl hinzuzieht, gehören für Horst zu den Klassikern: Homer, Shakespeare, Cervantes, Beckett usw. Etwas mehr Vertrauen in die eigene Perspektive, meint er, hätte die Autorin dabei ruhig haben dürfen. Ihre Gedanken findet er originell genug, und mit ihrer Art von Humor ("der Underdogs" a la Loriot, Woody Allen) kann er gut leben - und lachen. Zumal Stoessel durchaus auch "malignere" Humorarten vorstellt.
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