Marshall Sahlins

Der Tod des Kapitän Cook

Geschichte als Metapher und Mythos als Wirklichkeit
Cover: Der Tod des Kapitän Cook
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783803128447
Taschenbuch, 192 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem amerikanischen Englisch von Hans Medick und Michael Schmidt. Mit vielen Abbildungen. Die atemberaubende Schilderung eines tödlichen Missverständnisses: Wie Kapitän Cook auf Hawaii zum Gott wurde und dafür mit seinem Leben bezahlte. Ein anthropologisches Meisterstück über Glück und Tragik der Begegnung zweier fremder Kulturen.Als Kapitän Cook mit seiner Crew am 17. Januar 1779 auf der Suche nach der Nordwestpassage in Hawaii anlangt, wird er von den Inselbewohnern frenetisch empfangen. Zu dieser Zeit feiern die Einheimischen die turnusmäßige Ankunft und Herrschaftsübernahme des Friedensgottes Lono, der nun in Gestalt Cooks leibhaftig einzutreffen scheint. Das Missverständnis endet tödlich.In seinem 1981 zuerst veröffentlichten und heute zu den Klassikern der Anthropologie und der Kulturgeschichte zählenden Forschungsbericht zeigt Marshall Sahlins, wie die einander Fremden in dem nun einsetzenden intensiven materiellen und sexuellen Austausch Tabus überschreiten und Mythen umgestalten, um die große überlieferte Erzählung zu bewahren.Marshall Sahlins' Studie, die in der Anthropologie eine Grundsatzdebatte über die Verstehbarkeit "fremder" Kulturen auslöste, liefert fundamentale Überlegungen zum Verhältnis von Struktur und Geschichte, die auch in den derzeitigen Diskussionen um transkulturelle Verflechtungen und Wandel in der (post-)kolonialen Welt von größter Bedeutung sind.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.2021

Rezensent Ronald Düker findet das bereits 1981 im Original erschienene und nun neu kommentierte Buch "Der Tod des Kapitän Cook" von Marshall Sahlins immer noch spannend. Der amerikanische Anthropologe erzählt darin sehr genau vom Tod des Entdeckers James Cook auf Hawaii. Hielten die Einheimischen ihn zunächst für einen Gott und behandelten ihn auch so, erzürnte sie seine Rückkehr. Sie töteten ihn in einem Gerangel, das in einem Ritualmord gipfelte. Grund war ein kulturelles Missverständnis: Cook hatte mit seiner unvorhergesehenen Rückkehr gewissermaßen die Legende widerlegt, auf der sein Gottstatus beruhte, erzählt Düker. Während der Autor zunächst für seine Abhandlung gefeiert wurde, warfen ihm spätere Wissenschaftler kulturelle Aneignung vor, wovon Karsten Kumolls Nachwort erzählt, das dem Kritiker eine "wegweisende" Debatte eröffnet.

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