Aus dem amerikanischen Englisch von Hans Medick und Michael Schmidt. Mit vielen Abbildungen. Die atemberaubende Schilderung eines tödlichen Missverständnisses: Wie Kapitän Cook auf Hawaii zum Gott wurde und dafür mit seinem Leben bezahlte. Ein anthropologisches Meisterstück über Glück und Tragik der Begegnung zweier fremder Kulturen.Als Kapitän Cook mit seiner Crew am 17. Januar 1779 auf der Suche nach der Nordwestpassage in Hawaii anlangt, wird er von den Inselbewohnern frenetisch empfangen. Zu dieser Zeit feiern die Einheimischen die turnusmäßige Ankunft und Herrschaftsübernahme des Friedensgottes Lono, der nun in Gestalt Cooks leibhaftig einzutreffen scheint. Das Missverständnis endet tödlich.In seinem 1981 zuerst veröffentlichten und heute zu den Klassikern der Anthropologie und der Kulturgeschichte zählenden Forschungsbericht zeigt Marshall Sahlins, wie die einander Fremden in dem nun einsetzenden intensiven materiellen und sexuellen Austausch Tabus überschreiten und Mythen umgestalten, um die große überlieferte Erzählung zu bewahren.Marshall Sahlins' Studie, die in der Anthropologie eine Grundsatzdebatte über die Verstehbarkeit "fremder" Kulturen auslöste, liefert fundamentale Überlegungen zum Verhältnis von Struktur und Geschichte, die auch in den derzeitigen Diskussionen um transkulturelle Verflechtungen und Wandel in der (post-)kolonialen Welt von größter Bedeutung sind.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.10.2021
Rezensent Ronald Düker findet das bereits 1981 im Original erschienene und nun neu kommentierte Buch "Der Tod des Kapitän Cook" von Marshall Sahlins immer noch spannend. Der amerikanische Anthropologe erzählt darin sehr genau vom Tod des Entdeckers James Cook auf Hawaii. Hielten die Einheimischen ihn zunächst für einen Gott und behandelten ihn auch so, erzürnte sie seine Rückkehr. Sie töteten ihn in einem Gerangel, das in einem Ritualmord gipfelte. Grund war ein kulturelles Missverständnis: Cook hatte mit seiner unvorhergesehenen Rückkehr gewissermaßen die Legende widerlegt, auf der sein Gottstatus beruhte, erzählt Düker. Während der Autor zunächst für seine Abhandlung gefeiert wurde, warfen ihm spätere Wissenschaftler kulturelle Aneignung vor, wovon Karsten Kumolls Nachwort erzählt, das dem Kritiker eine "wegweisende" Debatte eröffnet.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…