Martin Amis

Schweres Wasser und andere Erzählungen

Cover: Schweres Wasser und andere Erzählungen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783100008244
gebunden, 282 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Joachim Kalka. Während Lyriker erster Klasse nach L.A. eingeflogen werden, um Medienbosse die Hollywood-gerechte Vermarktung ihres Sonetts betreiben zu sehen, schlagen sich Drehbuchschreiber mit Werken wie "Killerattacke von Quasar 13" und "Dezimator" mit Herausgebern obskurer Ein-Mann-Zeitschriften herum, um ihre Werke wenigstens dort gedruckt zu finden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2000

Thomas David hat an diesen Erzählungen eine "Überheblichkeit des siegesgewissen Boxers im Ring, die Attitüde des leichtfüßig dahintänzelnden Provokateurs" ausgemacht, was ihm aber allem Anschein nach ausnehmend gut gefällt. Allerdings warnt David geradezu davor, den Blick hinter Amis` treffsicheren satirischen Spott, seine Respektlosigkeit und seinem Hang zu "politisch Unkorrektem" zu versäumen. Zwar sei Amis gerade dafür so bekannt und populär geworden, aber unter dieser Oberfläche macht David die Stärke dieser Erzählungen vor allem "in den flüchtigen Augenblicken der Empathie und Liebe" aus, etwa in der Geschichte `Dentons Tod`, in der ein zum Tode Verurteilter vom Entgleiten eines Glücksgefühls erzählt, das er als kleiner Junge empfunden habe: Es schien ihm `hinabgekollert in die Unsicherheit und Enttäuschung der späteren Jahre`. In Passagen dieser Art, in denen sich eine große "Menschlichkeit Gehör" verschafft, erweist sich Amis, so der Rezensent, als "reifer Autor".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.06.2000

Rüdiger Wartusch freut sich, dass der Band mit Erzählungen "einigermaßen pünktlich" ins Deutsche übersetzt worden ist _ sein Original erschien1998 . Die acht Erzählungen seien recht unterschiedlich und über eine lange Zeit entstanden, doch sie verbänden parodistischer Witz und den Hang zu "leicht absurden Handlungen". Dabei schätzt der Rezensent besonders, dass Amis auf den didaktischen "Zeigefinger" weitgehend verzichte, wenn er menschliche Schwächen satirisch auf die Spitze treibe. "Der Mann", schreibt der Rezensent begeistert, "hat Ideen" und sei immer gut für überraschende Wendungen im Handlungshergang seiner Geschichten. Zur Übersetzung der Erzählungen durch Joachim Kalka hat er anzumerken, dass dieser zu übersetzerischen Freiheiten neige, was der Rezensent aber zu begrüßen scheint. Kalka übersetze zumeist mit "Lust und Witz und Würze", so der Rezensent lobend. Um so bedauerlicher findet er die Stellen, in denen der Übersetzer hinter dem Sprachwitz des Autors zurückbleibe. Alles in allem aber ist er sehr angetan von dem "schwarzhumorvoll- parodistischen Blick auf die Welt", den die Erzählungen eröffneten.
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