Martin Becker

Ein schönes Leben

Erzählungen
Cover: Ein schönes Leben
Luchterhand Literaturverlag, München 2007
ISBN 9783630872629
Gebunden, 187 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Wer nicht wegkommt aus der schäbigen Provinz, die sich Leben nennt, der bringt sich um. Und wer selbst das nicht schafft, der bekommt in Martin Beckers Erzählungen eine zweite Chance: Erzählungen, als würde Fellini einen heruntergekommenen Wanderzirkus leiten und Tom Waits dazu die Schelle schlagen. Martin Beckers Geschichten sind ein Ereignis: nichts ist an ihnen wahrscheinlich und alles relevant. Wir betreten eine Welt voll von sprechenden Hunden, folgenlosen Morden und anrührend abseitigen Hobbies. Da kommt ein verlorener Sohn wieder nach Hause und entdeckt, welcher Hölle er entronnen ist. Da wird nach einem langwierigen Leben unverhofft die totgeglaubte Mutter wiedergefunden. Da muss eine Geburtstagsfeier an der Autobahnraststätte ohne den 70jährigen Jubilar auskommen, denn der liegt im benachbarten Moos und hat aufs Verrecken keine Lust. Da klingelt ein skurril unbegabtes Handwerker-Duo, um den bestellten Super-Kaffee-Automat aufzustellen, dessen Kapazität für ein Großraumbüro ausgerichtet ist. Aber Hand aufs Herz: Wem ist es nicht schon mal passiert, aus Versehen ein Lockangebot unterschrieben zu haben? Der Einbau des Automaten aber steigert sich zu einer finsteren Szenerie von Bedrohung, Todessehnsucht und Ausweglosigkeit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.05.2008

Pudelwohl fühlt sich Christoph Schröder mit diesen Texten nicht. Zum einen sind Setting und Personal von der provinziellen und trostlosen Sorte. Zum anderen nimmt er dem jungen Autor die in den Texten steckende Beckettsche Verzweiflung und Trauer nicht ganz ab. Um kein Missverständnis entstehen zu lassen - der Rezensent hält Martin Becker für einen begabten und amüsanten Erzähler. Nur erscheint ihm die Form ein wenig zu clean. Zu virtuos bewegt sich der Autor auf dem Feld der Groteske, hantiert er mit der Ästhetik des Desolaten, als dass die behauptete existenzielle Bedrohung dem Rezensenten wirklich, wirklich unter die Haut ginge.
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