Martin E. P. Seligman geht in seinen Veröffentlichungen immer wieder der Frage nach, worin menschliches Glück besteht, wie es erreicht werden kann und warum Menschen unter gleichen äußeren Bedingungen dennoch nicht gleich glücklich sind. Dazu hat er umfangreiche statistische Erhebungen durchgeführt und genau festgelegte Personengruppen über einen längeren Zeitraum beobachtet. Lange Zeit glaubte man in den reichen Industrieländern des Westens, Glück basiere allein auf Reichtum, Luxus, materiellem Wohlstand und einem sorgfreien Leben. Mittlerweile ist man aber zu der Erkenntnis gelangt, dass hinter dem äußeren Schein eine tiefere Wahrheit liegen muss, die Menschen glücklich macht.
Dass die Studenten des Autoren "nach guten Taten weit glücklicher sind als nach spaßigen Aktivitäten" findet der Rezensent Jochen Paulus ein wenig dünn als Beleg für die Kernthese des Buches "der Glücks-Faktor". Diese beschränke sich auf die Erkenntnis, dass die "sechs Grundtugenden" - herausgefiltert aus 200 Tugendkatalogen wie dem Alten Testament oder dem Kodex der Samurai - den Weg zum Glück weisen können und sollen. So nämlich erkläre sich, warum Juristen in den USA überdurchschnittlich oft an Depressionen leiden - sie seien zwar reich, aber zu gewinnorientiert. Nicht frei von "jenem moralischem Pathos, das eine Bush-Rede im alten Europa so unerträglich macht", findet Paulus, zeige der Autor den Weg, wie man "Belohnung im Überfluss" erreicht. Ob der Versuch von Erfolg gekrönt sein wird, wagt der Rezensent jedoch zu bezweifeln, schließt aber mit der Hoffnung, dass "zumindest die Mitmenschen was davon haben könnten".
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