Martin Kordic

Wie ich mir das Glück vorstelle

Roman
Cover: Wie ich mir das Glück vorstelle
Carl Hanser Verlag, München 2014
ISBN 9783446245297
Gebunden, 173 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Eine große Suche nach dem Glück und ein erstaunliches Debüt: Viktor ist ein Junge, der von Geburt an anders ist. Er muss ein Korsett tragen und auch in seinem Kopf scheint etwas nicht zu stimmen. Als der Krieg ausbricht, wird er von seiner Familie getrennt und wächst in einer Gebetsgemeinschaft auf. Später kehrt er zurück in die Stadt der Brücken, wo er sich mit einem Einbeinigen, einer Rothaarigen und einem Hund zu einer eigentümlichen Bande zusammenschließt. Eines Tages aber sind Viktors Weggefährten verschwunden und er macht sich auf zu seiner letzten großen Reise.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.02.2014

Großen Gefallen findet Catarina von Wedemeyer an der mit Verfremdungen arbeitenden, doch stilistisch unprätenziösen Sprache, die Martin Kordic in seinem Debütroman findet. Darin geht es um einen Jungen, der sich selbst begrifflich im Bosnienkrieg orientieren muss und dabei den Leser mittels direkter Ansprache umgehend zum Gefährten macht, berichtet die Rezensentin. Dieser gefällt es gut, wie dem Autor - und damit dem Jungen im Roman - mit der stets im Präsens verfassten Beschreibung des Krieges, den man eigentlich nicht beschreiben kann, ein literarisches Paradoxon glückt. Damit stellen sich für von Wedemeyer einige literarische Intensitäten ein - und eine Verrätselung der Welt, in der es auch für einen Jungen wie diesen Ich-Erzähler Hoffnung gibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2014

Hymnisch bespricht Rezensentin Sandra Kegel Martin Kordic' Debütroman "Wie ich mir das Glück vorstelle". Allein der Einfall des Autors, die grausamen Ereignisse des Bosnien-Kriegs aus kindlicher Perspektive zu schildern, ringt der Kritikerin höchste Anerkennung ab. So folgt sie ergriffen und nicht selten verstört den Ausführungen des kleinen Viktor, der mit einer körperlichen Behinderung auf die Welt kommt, und sich mit dem Notieren und Erzählen von Geschichten am Leben hält. Kegel liest etwa über die Schlacht um die Stadt Mostar oder wie sich Viktor mit einem Einbeinigen in einem verlassenen Haus versteckt und in Massengräbern nach Verwertbarem sucht. Die schrecklichen Geschehnisse, die in Viktors unschuldig-naive Sprache erzählt werden, hallen bei der Rezensentin noch lange nach.
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