Michael Hampe

Das vollkommene Leben

Vier Meditationen über das Glück
Cover: Das vollkommene Leben
Carl Hanser Verlag, München 2009
ISBN 9783446234284
Gebunden, 304 Seiten, 21,50 EUR

Klappentext

Warum fühlen wir uns so selten glücklich, wo es doch an klugen Rezepten zum Glücklichsein nicht mangelt? Der Philosoph Michael Hampe fordert in diesem Meisterstück erzählender Philosophie zu einem Gedankenexperiment auf. In vier von verschiedenen Traditionen inspirierten Essays entwickelt er Vorschläge, wie das Ziel des vollkommenen Lebens erreicht werden könnte: allein durch Verstand oder durch Spiritualität, durch skeptische Distanz zur Welt oder durch die Harmonie zwischen Menschen und Dingen. Vollkommenes Glück, vermutet Hampe, kann letztlich nur in einem Leben liegen, das sich von Doktrinen befreit hat und deshalb der Betrachtung der Welt überlässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2009

Michael Pawlik schenkt diesem Buch, das in einem Meer von ähnlichen Publikationen verschwinden könnte, zwar auf jeden Fall seine "Aufmerksamkeit", seine Zustimmung verweigert er dem Autor, dem Philosophen Michael Hampe, allerdings. Denn wenn er auch die vier Texte, in denen ein Philosoph Stanley Low oder ein Gärtner Gabriel Kolk über die Möglichkeiten zum glücklichen Leben reflektieren, durchaus klug und anregend findet, zeigt er sich über Hampes im Nachwort gezogenen Schlussfolgerungen gründlich enttäuscht. Der Autor sieht ein glückliches Leben nur durch eine Welthaltung ermöglicht, die auf wertende und festlegende Standpunkte verzichtet und sich somit auf ein "theorieloses Vorkommen in der Welt" beschränkt. Das allerdings will dem Rezensenten dann doch als arg "unterkomplexer Eskapismus" erscheinen, dem er sich absolut nicht anschließen kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.11.2009

"Glück", das Thema, ist Alexander Kissler bestens bekannt. Allzu gut, als dass es nicht eines besonderen Zugangs bedürfte, um ihn zu locken. Anfangs gelingt es Michael Hampe denn auch mit einer Art Bernhard'scher Selbstauskunft eines Sonderlings und professionellen Glückssuchers, Kisslers Aufmerksamkeit zu bannen. Das Durchexerzieren verschiedener Modi des Nachdenkens über Glück - physikalisch, philosophisch, psychoanalytisch, soziologisch - ruft beim Rezensenten allerdings leider nicht den gewünschten Effekt hervor. Vielfalt (der Perspektiven) bedeutet in diesem Fall nämlich nicht Glück, sondern, weil Hampe auf erzählende Elemente verzichtet und ganz dem jeweiligen Denkstil verpflichtet bleibt, ganz offenbar Ermüdung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.10.2009

Vor der Lektüre von Michael Hampes "Das vollkommene Leben" wollte Rezensent Oliver Pfohlmann noch, dass man doch hundert Jahre lang über das Glück schweigen möge, so erschlagen war er von der Vielzahl an Glücksabhandlungen und -ratgebern seit Platon. Mit Michael Hampe aber vollzieht Pfohlmann die Kehrtwende. Hampes Glücksgespräche begeistern Pfohlmann, und zwar weil er die fiktiven Gespräche zwischen Physikern, Psychoanalytikern, Analytikern und Spirituellen gelungen findet. Zum einen literarisch - die fiktionale Rahmung des Buchs mit Herausgeber und Sekretär vergnügt Pfohlmann -, zum anderen philosophisch. Das Nebeneinander der Stimmen und die Standpunktlosigkeit, die Hampe im Rückgriff auf den Philosophen Stanley Cavell entwickelt, gerinnen zur Glücksformel schlechthin, erzählt Pfohlmann. So endet auch seine Rezension mit dem Idyllenbild nicht konkurrierender, sondern sich gegenseitig beflügelnder Jazzmusiker.

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