Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. So wie die Flößer zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Stamm zu Stamm springen, immer in Gefahr, immer in Bewegung, so entwickelt sich auch die Freundschaft zwischen Konrad, dem Flößersohn, und Julius, dem Sohn des Waldbesitzers und Holzhändlers. Nach einem Zerwürfnis sehen sie sich erst Jahre später wieder. Die Zeiten haben sich geändert, und Julius braucht dringend Hilfe. Und da sind zwei seit Generationen verfeindete Familien in der Bretagne, deren Land von einem Bach geteilt wird, der ständig seinen Lauf verändert. Um die Fehde wegen der Grundstücksgrenze zu beenden, schlägt ein findiger Anwalt vor, die Seiten zu tauschen. Kurz darauf verändert ein archäologischer Fund von unschätzbarem Wert die Lage auf dramatische Weise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2019
Jochen Schimmang kann beim besten Willen nicht verstehen, weshalb dem deutschen Publikum dieser, wie er findet, brillante Erzähler bisher vorenthalten wurde. Umso dankbarer ist der Kritiker, dass die drei vorliegenden Erzählungen nun von Gerd Busse ins Deutsche übertragen wurden. Zwei Tragödien und eine Tragikomödie entdeckt er hier, nicht alle auf gleichbleibend hohen Niveau zwar, wendet Schimmang ein: So hätte die längste Geschichte im Buch, die vom Verhältnis von Herr und Knecht, sozialen Umwälzungen, ungelebter Homosexualität und dem Holzflößen handelt, als Roman besser funktioniert, glaubt der Rezensent. "Pierre und Adèle" aber, die von zwei verfeindeten Familien, die eine katholisch, die andere hugenottisch, erzählt, die als Vermittler die jüdische Notarsfamilie Salomon beauftragt hat, ist von "Proust'scher Prägnanz", lobt der Kritiker, der hier auch einer der unvergesslichsten literarischen Nebenfiguren seit langem begegnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.10.2019
Durchaus Gefallen findet die Kritikerin Judith von Sternburg an den Erzählungen des Niederländers Martin Michael Driessen. Wie an Flüssen üblich lässt sie sich von einem zum anderen führen, vom trinkenden Montgomery Clift, an den Main, zu einer hugenottischen Familie. Nicht alle Geschichten erscheinen ihr gleich stark, mitunter nimmt Internet-Wissen die Oberhand, aber die durchgehende "psychologische Plausibilität" und der lakonische Stil überzeugen Sternburg.
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