Matthias Lohre

Teufels Bruder

Roman
Cover: Teufels Bruder
Piper Verlag, München 2025
ISBN 9783492072793
Gebunden, 544 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Der Roman über die rätselhafte Zeit, als aus dem Schulversager der Autor der weltberühmten "Buddenbrooks" wurde: jene eineinhalb Jahre, die Thomas Mann mit seinem Bruder Heinrich in Italien verlebte. Dabei, so gestand er kurz vor seinem Tod, begegnete er im Sommer 1897 dem Teufel. Was also widerfuhr dem 22-jährigen Thomas Mann, das den Menschen und Künstler für immer veränderte?

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.06.2025

Ja, es gibt immer noch Neues zu sagen zu Thomas Mann und sogar ganz neue Perspektiven einzunehmen, wie Rezensent Tilman Krause an Neuerscheinungen von Matthias Lohre, Kerstin Holzer und Tilmann Lahme sehen kann. Allen drei ist gemein, dass sie Thomas Mann aus einem Blickwinkel betrachten, der gut in die heutige Zeit passe, wie Krauss findet: Mit empathischer Sicht auf Thomas Mann als Opfer einer homophoben Gesellschaft. Lohre nimmt in seinem Roman die Beziehung von Thomas und Heinrich Mann in den Blick, die zwischen 1896 und 1898 in Italien lebten. In seiner "komplex konstruierten" und von eingehender Kennerschaft zeugenden Geschichte fühlt sich Lohre in seine Hauptfigur ein und zeichnet das sehr persönliche Bild eines existenziell verwirrten Mannes, so der Kritiker, der hier noch neidisch auf den Bruder blickt, der bereits als Schriftsteller Erfolg hat. Ein bisschen verwirrend findet der Kritiker die Handlung zuweilen schon, auch der Krimi-Plot, den Lohre eingebaut hat, wenn er Mann einem Jüngling nachsteigen lässt, ist nicht unbedingt glaubhaft. Der Roman überzeugt ihn aber mit Einfühlungsvermögen und Detail-Kenntnis.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.01.2025

"Sehr lesenswert" findet Rezensent Wolfgang Schneider diesen Roman von Matthias Lohre, der sich mit einer Zeit beschäftigt, in der der große Schriftsteller noch ganz unbekannt,  mitgenommen vom Tod seines Vaters und außerdem pleite war. Es ist auch die Zeit, in der die "geheimnisumwitterten Italienreisen" der Mann-Brüder Thomas und Heinrich stattfanden und die nimmt der Autor hier ins Visier. Angelehnt an Vermutungen, Thomas Mann sei in Venedig Strichjungen nachgegangen und möglicherweise in ein Verbrechen verwickelt gewesen, schickt der Autor den jungen Mann hier auf die Suche nach einem weißgekleideten Fünfzehnjährigen, für den er in der Folge eine Obsession entwickelt. Wichtig sind außerdem die Konkurrenz zwischen den Brüdern und deren unterschiedlicher Lebensstil, erklärt Schneider. Die Atmosphäre kommt nah ran an Thomas Manns "Tod in Venedig", findet er, und Werk-Kenner werden sich außerdem an zahlreichen Anspielungen auf andere Bücher erfreuen. Unter den zahlreichen Veröffentlichungen auf jeden Fall hervorzuheben, bekräftigt der Kritiker.

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