Mehdi Bazargan

Und Jesus ist sein Prophet

Der Koran und die Christen
Cover: Und Jesus ist sein Prophet
C.H. Beck Verlag, München 2006
ISBN 9783406544200
Gebunden, 108 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Persischen von Markus Gerhold. Herausgegeben und mit einer Einleitung von Navid Kermani. Bazargan widerlegt anhand der islamischen Quellentexte westliche Vorurteile über den Islam, ohne problematische oder konfrontative Stellen zu übergehen. So wird für deutsche Leser erstmals eine authentische muslimische Stimme zum Verhältnis des Islams zum Christentum vernehmbar. Auch manchen christlichen Theologen wird die Einsicht überraschen, dass der Koran ein zentrales Werk der biblischen Deutungsgeschichte ist. Zugleich erinnert Bazargan seine eigenen Glaubensbrüder an den Respekt, den Mohammad den Christen entgegengebracht hat, und mahnt sie zu Toleranz und Verständigung. Eine der wichtigsten und prominentesten Stimmen des Islams im 20. Jahrhundert bringt sich hier entschieden und voller Sanftmut ein in den interreligiösen Dialog. Das Erbe, das Mehdi Bazargan hinterlassen hat, ist zehn Jahre nach seinem Tod wichtiger denn je - für Muslime wie für Christen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.07.2006

Christoph Elsas begrüßt die Übersetzung dieser Betrachtung des Christentums aus islamischer Perspektive, die der 1995 gestorbene Korangelehrte Mehdi Bazargan verfasste. Bücher solcher Qualität, die dieses Thema aus islamischer Sicht und in deutscher Sprache behandeln, sind sehr selten, betont der Rezensent. Mehdi Bazargan stand zwar in der "klassisch-islamischen Tradition", galt aber als aufgeklärter Theologe und versucht sich an einer der Gegenwart angemessenen Interpretation des Korans. So lehnte Bazargan den Kopftuchzwang ab und trat für einen Dialog mit dem Christentum ein. Bazargan hielt das Christentum nicht für eine durch den Islam "überholte" monotheistische Religion und deutete die diesbezüglichen Stellen im Koran als Ausdruck einer Warnung nur vor ausdrücklich "intriganten" Christen. Elsas hält Navid Kermani, der den Text herausgegeben und auch die "informative" Einleitung geschrieben hat, für den richtigen Mann an der richtigen Stelle, auch weil Bazargans Sichtweise einiges mit der von Kermani gemeinsam hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2006

Als "friedensstiftende Religionsschrift" würdigt Johannes Twardella dieses von Navid Kermani herausgegebene Buch über die islamische Sicht auf das Christentum von Mehdi Bazargan. Hauptanliegen des 1995 verstorbenen Korangelehrten und liberalen iranischen Politikers ist es nach Auskunft Twardellas gewesen, anhand einer Vielzahl von kommentierten Stellen aus dem Koran zu zeigen, wo sich die Toleranz des Koran gegenüber dem Christentum zeigt. So überzeugend Twardella dies im Einzelnen findet, eine Frage bleibt für ihn offen: "Welches Gewicht hat eine liberale Position, wie sie in diesem Buch aufscheint?" Die Argumente Bazargans überzeugen zwar, aber wer hört auf ihn? Dennoch schätzt er das Buch als Werk, das als "Maßstab für theologische Reformanstrengungen" dienen kann und wünscht ihm "höchste Aufmerksamkeit".

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