Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2004
Aufschlussreich findet Friedrich Niewöhner diese Fallstudien über islamische Religiosität in Deutschland, die der Frankfurter Soziologe Johannes Twardella vorgelegt hat. Wie er berichtet, möchte der Autor, den er als ausgewiesenen Kenner des Islams schätzt, dazu beitragen, das Denken junger deutscher Muslime um die dreißig einem größeren Publikum bekanntzumachen. Neben zwei allgemeinen Untersuchungen zum Koran als Rationalisierungshindernis und zur Aufgabe der Soziologie im Umgang mit dem Phänomen Islam in Deutschland biete das Buch drei Fallstudien zu einem "Traditionalisten", einem Fundamentalisten und einem Konvertiten. Auffällig an den Fallstudien ist für Niewöhner, dass die in ihr zu Wort kommenden Muslime vom Islam und seiner Geschichte "erschreckend wenig" Kenntnisse hätten, auch wenn der Autor dies nicht so deutlich sage. Twardella spreche von der "Halbbildung" vieler Muslime in Deutschland, die die Gefahr enthalte, dass der Islam reduziert werde auf einzelne Punkte, "wie etwa das Gesetz, die Scharia oder den Heiligen Krieg". In diesem Zusammenhang überlegt Niewöhner, ob es nicht sinnvoll wäre, junge Muslime in ihrer eigenen religiösen Kultur zu unterrichten, um ihnen die Unsicherheit ihres eigenen Standpunktes zu nehmen.
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