Aus dem Englischen von Jutta Himmelreich. Dusman Gonzaga ist genervt! Die Kakerlaken in Dacca House machen ihn schier verrückt. Jede Nacht droht er, dass es kein Morgen für sie gibt. Doch der neue Tag bricht an und alles bleibt, wie es war in dieser heruntergekommenen Mietskaserne in Nairobi. Den skrupellosen Eigentümer von Dacca House interessiert das Geziefer so wenig wie die Ratten, verstopfte Toiletten und fehlende Duschen. Aus einst geräumigen Wohnungen hat er unzählige Verschläge gemacht, in die kaum mehr als ein Bett passt. Die Bewohner - eine seltene Mischung aus kleinen Händlern und Schwindlern, Weisen und Verrückten - werden für ihre jämmerlichen Unterkünfte eiskalt abkassiert und wagen nicht, aufzubegehren. Dusman aber hat das Stillhalten satt und beschließt, die Sache anzugehen
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.11.2015
"Kein Beschönigen, kein falsches Heldentum, keine Afrika-Romantik": Rezensentin Maritta Tkalec empfiehlt mit Nachdruck Meja Mwangis Roman "Tanz der Kakerlaken ". In diesem Nairobi-Roman liest sie von den Versuchen eines jungen Mannes, in seinem Leben voran zu kommen, raus aus dem Slum, raus aus dem von Ungeziefer verseuchten Massenquartier. Die Versuche werden vergeblich bleiben, verrät die Rezensentin, ohne damit wirklich zu überraschen: Dem Aufstiegswillen des Parkuhrwächters Dusman Gonzaga stehen Korruption, Inkompetenz und Gleichgültigkeit der Verwaltung entgegen. Doch diese Vorhersehbarkeit will die Rezensentin keinesfalls gegen den Roman sprechen lassen, der durchaus spannende und unerwartete Wendungen nehme. Ach ja, Mwangi hat seinen Roman bereits 1979 geschrieben, gibt Tkalec Lesern noch mit auf den Weg: Seitdem ist die kenianische Mittelschicht, also Menschen mit einem Einkommen zwischen 300 und 600 Dollar im Monat, von acht auf zehn Prozent gewachsen.
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