Melissa Fleming

Doaa - Meine Hoffnung trug mich über das Meer

Ein außergewöhnliches Schicksal, erzählt von der langjährigen Sprecherin der UN-Flüchtlingshilfe Melissa Fleming
Cover: Doaa - Meine Hoffnung trug mich über das Meer
Droemer Knaur Verlag, München 2017
ISBN 9783426214077
Gebunden, 296 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl. Melissa Fleming, die als Sprecherin des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen bekannt ist, erzählt in diesem Buch die Geschichte von Doaa. Melissa Fleming hat dieses eine Flüchtlingsschicksal ausgewählt, weil es sie sehr bewegt hat und weil gerade die Erlebnisse dieses syrischen Mädchens das Leid der Menschen auf der Flucht greifbar und verständlich macht. Sie sagt: "Doaa ist für mich das Gesicht der Flüchtlinge." Doaa ist noch ein Teenager, als sie ihre Heimat Syrien verlässt, um Krieg und Terror zu entkommen. Sie und ihr Freund Bassem träumen von einer gemeinsamen Zukunft in Europa. Doch das Schicksal meint es anders: Das Flüchtlingsboot, dem sie ihr Leben anvertrauen, geht unter, und während Doaa verzweifelt ums Überleben kämpft, muss sie mit ansehen, wie Bassem neben ihr in den Wellen versinkt. Von den über fünfhundert Bootsflüchtlingen können nach qualvollen Tagen auf dem Meer nur eine Handvoll gerettet werden. Am Ende überlebt Doaa, ein Baby im Arm, das ihr eine ertrinkende Frau anvertraut hat. Sie lebt heute in Schweden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2017

Wilfried von Bredow liest die von Melissa Fleming aufgeschriebene Fluchtgeschichte einer jungen Syrerin mit gemischten Gefühlen. Einerseits schockiert und bewegt ihn das Schicksal der jungen Doaa, deren Verlobter bei der Flucht ertrank, und er bewundert ihren Mut. Die Schilderungen des syrischen Alltags in der Zange des Assad-Regimes deprimieren den Rezensenten aber auch. Vor allem aber stört ihn die eindimensionale Erzählweise der Autorin, die ihm zu suggerieren scheint, mit Mitmenschlichkeit seien die im Buch geschilderten strukturellen Probleme in den Griff zu bekommen. So gesehen erscheint ihm Flemings Text als Erbauungsbuch der Willkommenskultur. Um die eigene Sicht auf das Thema Asyl und Migration zu überprüfen, findet der Rezensent die Lektüre dennoch geeignet.
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