Aus dem Englischen von Heike Brandt. Seit Jahrhunderten ist London von der zivilisierten Welt geächtet und ausgeschlossen. Es wird von zwei Banden regiert, die sich bis aufs Blut bekämpfen: den Volsons und den Conors. Um dem sinnlosen Sterben ein Ende zu setzen, verheiratet Val Volson seine 14-jährige Tochter Signy mit seinem Erzfeind Conor. Diese Ehe soll einen Pakt besiegeln, der den Menschen in London endlich Frieden schenken soll. Doch Conor will die Alleinherrschaft. Er löscht die Familie Volson aus, nur Signy, die Frau, die er liebt, lässt er leben. Doch die junge Frau schwört Rache: Conor muss sterben. Durch ihre Hand. Und die Volsons werden wieder herrschen...
In einen postapokalyptischen "Schinken" hat Rezensent Reinhard Osteroth "lust- und gedankenvoll gebissen" und dabei den Geschmack gefunden. Burgess habe in seiner Adaption des ersten Teils der isländischen Völsungen-Saga, inszeniert im "Menschenghetto London", nordisch-mystische Gottheiten mit Menschen und Maschinen verschmolzen. In kräftigsten Farben entwerfe der Autor eine archaisch-futuristische Vision. Die Geschichte ist ein weitere Variation des Streits um Macht, Besitzansprüche und Intrigen zwischen zwei rivalisierenden Gruppen und einer gerissenen Frau. Maßgebliches Lob geht auch an die Übersetzerin Heike Brandt, die die "klaren und grellen Schnitte", mit denen Burgess sein Erzählen von "bloßer, wabernder Fantasy" abhebe, mit einem "betont kunstlosen Sprachduktus" umgesetzt habe. Einzige Kehrseite sei, dass die fremdartige "Quaderhaftigkeit" manchmal zu sehr aufs "Alltägliche zurechtgestutzt" werde.
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