Aus dem Englischen von Gaby Wurster. Man schreibt das Jahr 2015, der große Weltenbrand hat sich bereits ereignet und die Menschheit ist um eine Illusion ärmer geworden. Nach wie vor gibt es einige wenige Mächtige und nach wie vor gibt es Arm und Reich. Zu den Ärmsten der Armen aber zählen die vielen behinderten Kinder, die nach dem Super-GAU zur Welt gekommen sind. Zu ihnen gehören auch Bedfords Geschwister, die mit ihm zusammen in den Straßen Londons auf Beutezug um Nahrung gehen. Zu Hause bei der dicken Ma sind sie dennoch gut aufgehoben. Für die alte Frau sind alle Menschen gleich, egal ob gesund, verlaust oder zurückgeblieben. Doch dann verschwinden immer mehr Behinderte in Bedfords Umgebung, und er macht eine schreckliche Entdeckung: Der Hauptwirtschaftszweig des Landes ist der Organhandel. Bedford will es erst nicht wahrhaben und zögert beinahe zu lange. Als es schon fast zu spät ist, beschließt er zu handeln, und eine dramatische Flucht beginnt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2000
Um eine ziemlich finstere Science-fiction Story aus dem London des Jahres 2015 scheint es sich hier zu handeln, aber Renate Grubert berichtet ziemlich fasziniert über dieses Buch, in dem sich ein kluger, und doch naiver Held gegen ein Sozialsystem wehrt, das bei bestimmten Bevölkerungsgruppen schlicht ein "betreutes beschleunigtes Ableben" vorsieht. Ein frohes Ende scheint der Roman nach Gruberts Artikel nicht zu haben, aber dennoch schildert sie seine Erzählkraft als so mitreißend, dass es schwer zu sein scheint, den Roman aus der Hand zu legen.
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