In kaum einem Land der Welt wird heute soviel Geld für die Erhaltung des Tropenwaldes ausgegeben wie in Deutschland. Schon dieser simple Befund lässt eine besondere Bindung der Deutschen an den Tropenwald vermuten. Ganze Generationen sind mit dem "Urwalddoktor" Albert Schweitzer aufgewachsen, sind Max Frischs "Homo Faber" und Werner Herzogs "Fitzcarraldo" in die Tropen gefolgt. Der Band sucht nach den kulturellen Ursprüngen der deutschen Begeisterung für den Tropenwald in Literatur, Film, Politik, Ethnologie und Geschichte.
Wohl in kaum einem anderen Land werde soviel Geld für die Erhaltung des Tropenwalds ausgegeben wie in Deutschland, eröffnet Andreas Eckert seine Kurzbesprechung. Nicht nur der deutsche Wald, auch der Tropenwald ist ein Mythos, in dem die verschiedensten Szenarien, Bilder, Motivketten aufeinandertreffen: "deutsche Dschungeldiskurse" nennt sie nach Essig der Herausgeber, ein Freiburger Geologe. Insgesamt ein lesenswertes Buch, meint Eckert, der zwei Beiträge besonders hervorhebt: einen von Caroline Fetcher, die sich mit dem "Urwalddoktor" Albert Schweitzer beschäftigt hat, sowie einen Text des Herausgebers, der die Denkmuster in den Tie rfilmen und -büchern von Bernhard Grzimek analysiert. In beiden Fällen spiele die Identitätssuche der Deutschen nach dem Nationalsozialismus eine Rolle, kommt Eckert zum Schluss: der Tropenwald als Spiegelbild der guten kosmopolitischen Deutschen.
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