Seit der Antike haben die Menschen versucht, durch die Abnahme einer Maske auf dem Totenbett das Andenken an eine Person zu bewahren. Im 19. Jahrhundert kam es dann zu einem wahren Totenmasken-Kult, Kopien der Masken deutscher Dichtergrößen hingen in vielen bürgerlichen Wohnzimmern. Auch heute noch faszinieren uns diese letzten Bilder. Michael Hertl stellt sie in den Zusammenhang der allgemeinen Wirkung von "Masken" und der Ausdruckspsychologie des Gesichts. Die Entwicklung der Totenmasken vollzieht er in einer kulturgeschichtlichen Darstellung nach und macht sich über Sterben und Tod, Vergänglichkeit und Unsterblichkeit Gedanken. Zahlreiche Totenmasken bekannter Persönlichkeiten werden vorgestellt. Die Umstände ihres Todes und der Maskenabnahme, Analysen und die mitunter abenteuerlichen Geschicke echter und umstrittener Totenmasken werden anschaulich erzählt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2002
Christoph Vratz ist von dieser "kulturhistorischen Fundgrube" des Heidelberger Medizin-Professors Michael Hertl ganz und gar begeistert. Der Autor gehe dem Phänomen der Totenmaske sowohl "historisch" als auch "systemisch" auf den Grund, so der Rezensent, und stelle sein Wissen in einen kulturgeschichtlichen Rahmen. Die Argumente Hertls seinen dabei, lobt Vratz, "umsichtig", "perspektivenreich", "anschaulich" und "unaufdringlich leicht". Besonders spannend findet der Rezensent die vielen ungelösten Fälle, die Hertl in diesem Band aufführe, zum Beispiel, welche der beiden Totenmasken von Mozart die Echte sei und warum die Unbekannte aus Seine eine solche Faszination auf Dichter und Denker gehabt hatte. In diesem Band, verspricht der Rezensent, könne der Leser jedenfalls viel entdecken und zahlreiche Anekdoten wie "tiefsinnige Reflexionen" nachlesen.
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