Aus dem Japanischen von Nora Bierich. Kochan wächst, abgeschirmt von Jungen seines Alters, im imperialistischen Japan auf. Doch er merkt, dass er nicht das ist, was man von ihm erwartet: Nicht nur ist er körperlich schwächer als andere, er entwickelt auch eine Faszination für Tod, Gewalt, Sex und den männlichen Körper. Unter den strengen Blicken der japanischen Gesellschaft beginnt er, sich eine Maske zu formen, die sein wahres Selbst verbergen soll. Mehr noch: Er will sie sich als neue Identität aufzwingen. Das Mädchen Sonoko und die Heirat mit ihr soll alle, einschließlich ihn selbst, hinters Licht führen.
Yukio Mishimas autobiografischer Roman thematisiert offen, was es bedeutet, nicht dazuzugehören und sich Zwängen zu unterwerfen, die einen zerreißen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2019
Gustav Seibt ärgert sich über das Fehlen eines gründlichen Nachworts, Erläuterungen zu den Bezügen zu abendländischen Autoren wie Platen und Hirschfeld und übersetzerische Patzer in diesem Roman von Yukio Mishima aus dem Jahr 1949. Letztere sind allerdings vorwiegend stilistischer Art und können ihm die Freude an der Lektüre nicht nehmen. Der Jugendroman erzählt laut Seibt vom Erwachen eines homoerotischen Triebs und zugleich vom Entstehen der Maske, die dem jungen Ich-Erzählers als Schutz dient. Bildkräftig, düster und bisweilen schwärmerisch erzählt der Text von "blutiger Männlichkeit", so Seibt, der sich mitunter an Tonio Kröger erinnert fühlt. Ob es sich um ein "homosexuelles Buch" handelt oder um eine raffinierte psychologische Studie mit autobiografischen Zügen, vermag der Rezensent nicht zu entscheiden.
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