Michael Rißmann

Hitlers Gott

Vorsehungsglaube und Sendungsbewusstsein des deutschen Diktators
Cover: Hitlers Gott
Pendo Verlag, Zürich/München 2001
ISBN 9783858424211
Gebunden, 312 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Adolf Hitler blieb bis zu seinem Tod Mitglied der katholischen Kirche. Aber glaubte er an Gott? Er wollte die Kirchen nach dem "Endsieg" vernichten. Aber was sollte an ihre Stelle treten? Inwiefern war der Nationalsozialismus eine politische Religion, die den christlichen Glauben ersetzen konnte? Sah Hitler sich selbst als Heilsbringer, als Erlöser des deutschen Volkes? Alle diese Fragen sind bisher nicht befriedigend beantwortet worden. Rißmanns Studie gibt erstmals ein umfassendes Bild von Hitlers Religiosität...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2002

In einer Mehrfachbesprechung rezensiert Helmut Zander drei Bücher über Religion und Politik im Nationalsozialismus, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die Studie über den Glauben Hitlers von Rissmann lobt der Rezensent wegen ihres "soliden Quellenstudiums", das es unternimmt, echte und gefälschte Äußerungen Hitlers über seinen Glauben zu sortieren. Anerkennend bemerkt er, dass der Autor alle Vermutungen über okkultische Strömungen in Hitlers Glauben mit der "gebotenen Gnadenlosigkeit" ausräumt. Allerdings findet es Zander bedauerlich, dass sich Rissmann nicht um eine "theologiehistorische Einordnung" von Hitlers Gottesverständnis bemüht hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2002

Erleuchtung, Aufklärung ist dem Rezensenten aus dieser "knappen, aber konzentriert und flüssig verfassten" Arbeit erwachsen. Hitlers Gottesbild, was es mit der von diesem beschworenen "Vorsehung" auf sich hatte - mit Hilfe "aller bekannt gewordenen Zeugnisse Hitlers", erklärt Christian Hartmann, sorge der Autor für Licht. Dass es dennoch nicht recht hell werden will, liegt laut Hartmann nicht an den "sorgfältigen und nüchternen" Ausführungen Rißmanns, sondern an Hitlers unbestimmtem und dürftigem Gottesbegriff selbst. Dankbar ist der Rezensent dem Autor auch für das Aufräumen mit allerlei "abstrusen Spekulationen" über die vermeintlichen metaphysischen Wurzeln von Hitlers Weltanschauung. Tatsächlich ist dessen Ideologie aufgebaut gewesen "auf dem 'Ideenschutt der Epoche'". Und, wie Rißmann ebenfalls zeigen kann, auf einem "erstaunlich modernen" Gottesbild.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.01.2002

Hitlers Gedankenwelt, die "katholischen, alldeutschen und wagnerianischen" Wurzeln seiner Weltsicht, sein Verhältnis zum Christentum und die Erzählung von Hitler als "Führer von Gottes Gnaden", werden in dieser Untersuchung "sachkundig und quellennah" und dabei außerdem "gut lesbar" dargestellt, lobt Rezensent Klaus Hildebrand. Der Autor Michael Rißmann komme zu dem Ergebnis, dass Hitler sich nicht als Gott verstanden habe und der Nationalsozialismus nicht als "politische Religion" gedeutet werden könne - und Hildebrand meint, diese These werde sich in der zur Zeit intensiv geführten Auseinandersetzung um die "religiösen Begründungen politischen Handelns" bewähren müssen. Er ist der Auffassung - und sieht sich hier nicht im Widerspruch zum Autor - dass der Nationalsozialismus ein "Religionsersatz" gewesen sei.

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