Die Frage nach der "braunen Vergangenheit" führender deutscher Vertriebenenpolitiker wird seit langem diskutiert. Bereits in den 1960er Jahren mussten zwei Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer und Hans Krüger wegen NS-Vorwürfen zurücktreten. Krüger war zugleich der erste Präsident des 1957/58 gegründeten "Bundes der Vertriebenen". In jüngster Zeit ist das Verhalten der gesamten dreizehnköpfigen ersten Führung des BdV im "Dritten Reich" zum Thema geworden. Michael Schwartz gibt in seiner Studie entstanden im Auftrag des Bundesministerium des Innern eine differenzierte Einordnung der ersten Führungsriege des BdV zwischen NS-Belastung und NS-Gegnerschaft und beleuchtet damit zugleich den Umgang mit der NS-Vergangenheit in der frühen Bundesrepublik der 1950er und 1960er Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2013
Das von Michael Schwartz verantwortete Buch findet Henning Köhler nahezu unverantwortlich. Den großangelegten Versuch, den Gründungsmitgliedern des Bundes der Vertriebenen Affinitäten zum Nazi-Regime und schuldhaftes Verhalten nachzuweisen, hält Köhler nicht nur für maßlos und gescheitert, sondern auch für ein Symptom linker Torschlusspanik. Demnach wird mit dem Band u.a. versucht, mit der "Verzeichnung" des NS-Regimes, eine ständige Herausforderung, ja Bedrohung heraufzubeschwören. Köhler selbst fällt darauf nicht herein.
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