Im Buch untersuchen bekannte WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen die Verarbeitung oder Verdrängung der Kriegserfahrung in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Ein Teil der Beiträge befasst sich mit der jüngsten Kontroverse um Wehrmachtsverbrechen, ausgelöst durch die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944". Basierend auf dem aktuellen Forschungsstand werden Verdrängung und Thematisierung der Kriegserfahrung in den verschiedensten Bereichen der deutschen Nachkriegsgesellschaft von der Geschichtswissenschaft bis zur Bundeswehr, in Filmen, der Presse und der Literatur behandelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2000
Aussicht auf Erkenntnis wittert Jost Dülffer zwischen den Buchdeckeln dieses Sammelbandes zur Gesellschaftsgeschichte des Zweiten Weltkrieges. Voraus habe das nun vorgelegte Buch allen anderen gleichfalls in der Folge der "Wehrmachtsausstellung" des Hamburger Instituts für Sozialforschung entstandenen Aufsatzsammlungen vor allem einige "Beiträge über die mediale Präsenz des Zweiten Weltkrieges in der Öffentlichkeit". Gerade die Analysen von Medien und Krieg, so Dülffer, könnten dazu beitragen, eingeschliffene Seh- und Denkweisen zu erklären und eine bisweilen "diffus gebündelte Wahrnehmung" des Krieges, besonders auch durch die Nachkriegsgenerationen, aufzuhellen.
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