Mikael Niemi

Erschieß die Apfelsine

Roman
Cover: Erschieß die Apfelsine
btb, München 2011
ISBN 9783442753024
Kartoniert, 240 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt. Niemis Held ist 16 Jahre alt und geht aufs Gymnasium. Er teilt seine Klasse in Hosenscheißer und Idioten ein. Die Hosenscheißer bekommen alles vorgesetzt und haben Eltern, die dafür sorgen, dass es ihnen im Leben gut geht. Die Idioten wissen, dass die Hosenscheißer immer siegen werden, finden sich jedoch damit ab und wollen nur nicht stören. Niemis Held ist fest entschlossen, nicht so ein kriecherischer Idiot zu werden. Auch wenn ihn seine erste große Liebe wie den letzten Dreck behandelt. Er gewinnt viele Feinde, aber auch einige Freunde. Wie das schwarzhaarige Mädchen aus dem musischen Zweig mit den grünen Augen. Oder Palle, den sie mobben und der aus schwierigen Familienverhältnissen stammt. Den Hosenscheißern werden sie es schon noch zeigen - und auch der übrigen Welt...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.08.2011

Dem Rezensenten Stephan Opitz hat dieser Roman gut gefallen. Pubertierende Jugendliche seien die Protagonisten einer "schnörkellosen" Handlung, die zunächst auf einen Schul-Amoklauf hinsteuere, meint Opitz. Doch der bleibe aus, verhindert durch den sechzehnjährigen Ich-Erzähler. Dafür erschießt sein Freund Palle statt wie bisher Apfelsinen am Ende seine Eltern und flüchtet, wie wir erfahren. Dass der Plot für einen Roman taugt, ist nach Auffassung des Rezensenten allein der Figurenzeichnung des Autors zu verdanken. Skizzenhaft aber treffsicher seien die Schilderungen der adoleszenten Gedanken und Gefühle. Aufgefallen ist dem Rezensenten außerdem die Namenlosigkeit des Schauplatzes. Denn die bisherigen Romane Niemis sind alle im zwischen Finnland und Schweden gelegenen Tornedal angesiedelt und mit dessen Vielsprachigkeit befasst, wie Opitz erzählt. Dass der vorliegende Roman auf Lokalkolorit komplett verzichtet, rechnet der Kritiker ihm als Stärke an. Auch vermutet Opitz einen Zusammenhang zwischen der geografischen Unbestimmtheit des Schauplatzes und der überzeugend geschilderten "sprachlosen Verzweiflung" seiner Akteure.
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